Justizministerin Barley im Schlossgartencafé
Wahlkampf im Europa-Schlumpf

Münster -

Bundesjustizministerin Katarina Barley ist die Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl. Damit wird sie nach dem 26. Mai dem EU-Parlament angehören. Ein Wahlkampfauftritt führte sie am Freitagmorgen in den Schlossgarten.

Freitag, 17.05.2019, 21:00 Uhr
Bundesjustizministerin Katarina Barley (r.) war am Freitagmorgen im Schlossgartencafé zu Gast. Foto: Oliver Werner

Katarina Barley hat bereits eine Jogging-Runde um den Aasee hinter sich, als sie am Freitagmorgen um 9 Uhr am Schlossgartencafé eintrifft. Auf Einladung der Juso-Hochschulgruppe beantwortet die Noch-Bundesjustizministerin und künftige EU-Parlamentarierin Fragen der Studierenden zum Thema Europa.

Die SPD-Politikerin gibt sich locker, sie trägt einen blauen Europa-Schlumpf, duzt die Studenten. Barley kennt Münster, vor einem Vierteljahrhundert hat sie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität ihre Doktorarbeit geschrieben, mit einer Teilzeitstelle finanzierte sie die Promotion. „Damals bin ich auch schon um den Aasee gejoggt“, erzählt die Ministerin.

Erinnerungen an die Zeit in Münster

„Ich habe das Gefühl, dass die Zahl der Radfahrer abgenommen hat“, sagt Barley. Kopfschütteln im Publikum. „Vielleicht sind ja noch nicht alle Studenten aufgestanden“, entgegnet die 50-Jährige, die erst seit fünf Jahren Berufspolitikerin ist. Auf lange Reden habe sie keine Lust, „ich mag lieber Diskussionsrunden“. Die Themen haben die Studierenden im Vorfeld bei einem Online-Voting ermittelt. Es soll um Flüchtlinge, Sozialpolitik und Klimaschutz gehen.

Wahl-O-Mat Alternativen

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  • Der Wahl-O-Mat ist der Klassiker unter den Wahl-Helfern. Seit 2002 wurde er schon über 50 Millionen mal benutzt. Fast alle Parteien sind vertreten.

    Der Wahl-O-Mat ist der Klassiker unter den Wahl-Helfern. Seit 2002 wurde er schon über 50 Millionen mal benutzt. Fast alle Parteien sind vertreten.

    Foto: dpa
  • Der Wahl-Swiper erinnert stark an die Dating App Tinder. Die Nutzer können durch wischen nach rechts oder links den politischen und gesellschaftlichen Aussagen zustimmen oder sie ablehnen.

    Foto: Wahl-Swiper - Screenshot
  • Der Bundeswahlkompass ähnelt stark dem Wahl-O-Mat. Allerdings gibt es als Ergebnis keinen Prozentwert, sondern eine Einordnung in die politische Landkarte.

    Foto: Bundeswahlkompass - Screenshot
  • Anders als beim Wahl-O-Maten, gibt es beim Wahl-Navi fünf Antwortmöglichkeiten. Außerdem erhalten die Nutzer eine Einordnung der Parteien in die politische Landschaft.

    Foto: Wahl-Navi - Screenshot
  • Der Kandidaten-Check hat die lokalen Bundestagskandidaten dazu aufgefordert, zu 22 Fragen Stellung zu beziehen. Viele Kandidaten aus dem Münsterland sind auch dabei.

    Foto: Kandidaten-Check - Screenshot
  • Der Steuer-O-Mat kann errechnen, von welcher Partei der Nutzer steuerlich am meisten profitiert. Nötig sind dafür Angaben zum Familienstand, der Anzahl an Kindern und dem Bruttojahreseinkommen.

    Foto: Steuer-O-Mat - Screenshot
  • Der Sozial-O-Mat der Diakonie umfasst die Themen Familie, Flucht, Pflege im Alter und Armut. Daneben hat die Diakonie ein Positionspapier zur Bundestagswahl verfasst.

    Foto: Sozial-O-Mat - Screenshot
  • Der Agrar-O-Mat eines Landwirtschaftsverlags richtet sich speziell an Landwirte und ökologisch interessierte Leute.

    Foto: Agrar-O-Mat - Screenshot
  • Der Digital-O-Mat richtet sich speziell an Internetnutzer und jene, die an digitalen Themen interessiert sich.

    Foto: Digital-o-Mat - Screenshot
  • Der Musik-O-Mat des Musikstreamingdienstes Deezer verrät, welche musikalischen Übereinstimmungen es zwischen den Nutzern und den Parteien gibt.

    Foto: dpa

Barley berichtet, was sie in Brüssel nach der Europawahl vorhat – und reichert ihre Antworten mit Anekdoten aus ihrer Zeit an der Uni Münster an. Einmal sollte sie eine Jura-Klausur entwerfen. „Ich hatte schon damals politisches Sendungsbewusstsein“, erzählt sie.

Von einer Diskussion zur nächsten

Und so drehte sich ihr Entwurf um die Rechtmäßigkeit von Flüchtlingsabschiebungen nach Griechenland. „Der Professor gab ihn mir mit freundlichem Lächeln zurück, er sei nicht für eine große Klausur geeignet.“

Eineinhalb Stunden nimmt sich Barley für die Studierenden Zeit, dann muss sie weiter, zur nächsten Diskussionsrunde. Bis zur Europawahl ist es nur noch eine Woche, und die Umfragewerte für die SPD sind nicht gut.  

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