Serie: Europa lebt in Münster
Die Physik zog sie nach Münster

Münster -

Am 26. Mai wird das Europa-Parlament gewählt. Wir stellen in einer Serie bis zum Wahltermin täglich Münsteraner aus den EU-Ländern vor. Durch sie lebt Europa in Münster. Diesmal erzählt Lucia Husová aus der Slowakei, was sie nach Münster geführt hat.

Donnerstag, 23.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 15:36 Uhr
Lucia Husová Foto: privat

An der Uni im slowakischen Košice, wo derzeit bei der Eishockey-WM gekämpft wird, herrschte in der Fachdisziplin von Lucia Husová Gleichstand: „Wir waren in unserem Masterkurs ungefähr gleich viele Männer und Frauen“, erzählt sie. Jetzt schreibt die 24 Jahre alte Slowakin an der Universität Münster an ihrer Doktorarbeit – und der Frauenanteil ist sehr klein. Lucia Husová ist Kernphysikerin – und momentan arbeitete sie mit einem Team münsterischer Kollegen am Teilchenbeschleuniger am Kernforschungszentrum „Cern“ in Genf, wo das münsterische Institut für Kernphysik ein Experiment verantwortet.

Warum von der Slowakei nach Münster? „Mein Professor in Košice hat die Universität für mein Thema empfohlen“, erzählt junge Naturwissenschaftlerin am Telefon. Ihr Freund ist im vergangenen September von daheim gleich mitgekommen – er arbeitet nun als Software-Entwickler in Dortmund. Sogar eine Wohnung in Münster haben die beiden relativ schnell gefunden.

Drei Jahre Promotion

„Wir sind hier gut angekommen, es gefällt uns richtig gut“, sagt Lucia Husová. Als Schülerin hat sie in ihrer ursprünglichen Heimatstadt Poprad in der Nähe des Gebirges „Hohe Tatra“ ein bilinguales deutsch-slowakisches Gymnasium besucht. „Da lag es nahe, nach Deutschland zu gehen.“

Münsteraner stimmen für Europa

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  • Klaus Altevogt-4 Foto: Klaus Altevogt, Grafik: Ann-Kathrin Schriever
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Mindestens drei Jahre werde die Promotion in Münster dauern. Wie und wo es dann für die junge Wissenschaftlerin weitergeht, weiß sie noch nicht. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, noch länger zu bleiben.“

Europa macht es möglich

Die Freizügigkeit und auch die Förderung des Austauschs von jungen Wissenschaftlern in Europa macht es möglich – Lucia Husová ist darum sehr froh über die Chancen, die die Europäische Union ihr eröffnet.

Für Politik , so gibt sie zu, hat sie sich bis vor Kurzem wenig interessiert. Bis im Frühjahr 2018 der junge slowakische Journalist Jan Kuciak, der einen Korruptionsskandal im eigenen Land recherchierte, Opfer eines Auftragsmordes wurde. „Das hat in unserem Land einen Ruck ausgelöst“, sagt Lucia Husová. Sie hofft, dass diesmal mehr als 13 Prozent ihrer Landsleute bei der EU-Wahl abstimmen. Damit war die Slowakei im Jahr 2014 EU-Schlusslicht.

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