Serie: Europa lebt in Münster
Kleines Land braucht große Offenheit

Münster -

Am 26. Mai wird das Europa-Parlament gewählt. Wir stellen in einer Serie bis zum Wahltermin täglich Münsteraner aus den EU-Ländern vor. Sogar eine Luxemburgerin haben wir in Münster getroffen.

Samstag, 25.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.05.2019, 18:20 Uhr
Myriam Helminger aus Luxemburg studiert an der Kunstakademie. Foto: privat

Ganz Luxemburg hat noch nicht einmal doppelt so viele Einwohner wie Münster. „Wir sind schon ein sehr kleines Land“, findet auch Myriam Helminger , Luxemburgerin aus der 60 000-Einwohner-Stadt Esch an der Alzette, das immerhin ein Zehntel aller Einwohner Luxemburgs beherbergt.

Wie die meisten jungen Luxemburger ist Myriam Helmiger aber für Ausbildung und Studium ins Ausland gezogen. Die 26-Jährige studiert an der Kunstakademie Münster freie Kunst und das Fach Kunst als Lehramt, eine vergleichbare Ausbildung gibt es in ihrem Heimatland nicht, sagt sie. „Damit hätte ich in Luxemburg gute Chancen auf eine Stelle an einem Gymnasium“, glaubt Helmiger.

Fühlt sich klein an

Ob es soweit kommt, weiß sie aber nicht – denn Luxemburg fühlt sich auch für Luxemburger mitunter recht klein an. Wenn man überhaupt so etwas wie städtisches Flair erleben will, müsse man schon in die Hauptstadt fahren, meint Myriam Helminger – mit rund 116. 000 Einwohnern ist die Stadt Luxemburg die Metropole des Ländchens. Ein Vorteil, in einem so kleinen Land aufzuwachsen: „Wir Luxemburger sprechen alle vier Sprachen“, sagt Myriam Helmiger: Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch.

Münsteraner stimmen für Europa

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  • Klaus Altevogt-4 Foto: Klaus Altevogt, Grafik: Ann-Kathrin Schriever
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In Münster an der Kunstakademie ist Konzeptkunst ihr Spezialgebiet. Beim jüngsten „Rundgang“ Ende Januar präsentierte sie zum Beispiel eine Arbeit, in der sie ungezählte alte Familienfotos verarbeitet hat. „Meine Spezialität ist Sammeln und Sortieren“, erklärt die Künstlerin, die auf Flohmärkten oder bei „eBay“ kistenweise alte Aufnahmen aus Familiennachlässen kauft. Es finden sich dann unendlich viele Bilder, auf denen etwa Menschen auf etwas zeigen. „Das eigentlich sehr individuelle Bild verliert durch diese Zusammenschau seine Einzigartigkeit“, sagt sie.

Europa ohne Union kaum denkbar

In Münster, obgleich in Deutschland eher eine kleine Großstadt, fühlt sie sich „freier als in Luxemburg. Hier gibt einen guten Lebensstil“ sagt sie und präzisiert: die Kultur des Fahrradfahrens, aber auch die Nähe zur Natur – und dass es mit dem Kanal und dem Aasee auch Wasser mit Freizeitwert in der Stadt gibt.

Europa ohne die Europäische Union mit ihren offenen Grenzen ist für Luxemburger kaum denkbar, betont Myriam Helminger, die schon in fast allen EU-Ländern war – in Lettland etwa zum Erasmus-Semester. „Und toll war auch, dass ich hier in Münster das Europa-Parlament wählen konnte.“ Eine Gelegenheit, sich noch einmal besonders als Europäerin zu fühlen.

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