Nach dem Wahlerfolg in Münster
Grüne wollen die Verkehrswende

Münster -

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Im Herbst 2020 findet die Kommunalwahl statt. Folgende Schlüsse ziehen die Grüne aus ihrem Wahlerfolg von Sonntag.

Dienstag, 28.05.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 06:47 Uhr
Die Grünen feierten im „Café Floyd“ ihren Erfolg. Sie sind erstmals bei einer Wahl in Münster die stärkste Kraft geworden. Foto: Matthias Ahlke

In Münster gratuliert man sich auf dem Fahrrad. CDU-Fraktionschef Stefan Weber radelte am Montagmorgen auf der Windthorststraße an seinem Pendant Otto Reiners von den Grünen vorbei und rief laut „herzlichen Glückwunsch“.

Das beste grüne Ergebnis in NRW

Der eigentlich kleinere Partner des schwarz-grünen Rathausbündnisses hatte bei der Europawahl die mit Abstand meisten Stimmen geholt und die Kräfteverhältnisse in der Stadt verschoben. Sogar die grüne Parteispitze in Berlin ­gratulierte den Münsteranern, Bundesgeschäftsführer Michael Kellner schickte ein „großes Dankeschön“ für das beste grüne Ergebnis in NRW.

Der "Fridays for Future"-Effekt

Bis tief in der Nacht hatten Münsters Grüne die Wahlsensation im Café Floyd gefeiert und analysiert. „Wir bekamen das Grinsen kaum aus dem Gesicht“, sagt Reiners. Mit dabei waren auch Vertreter der Initiative „Fridays for Future“, die am vergangenen Freitag 6000 Menschen auf den Prinzipalmarkt gelockt hatte, um für eine konsequente Klimapolitik zu demonstrieren.

Weltweiter Klimastreik am 24. Mai 2019

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    Weltweit streiken am 24. Mai 2019 junge Menschen für eine konsequente Klimapolitik.

    Foto: Oliver Werner
  • In Münster versammelten sie sich um 10 Uhr auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei nannte zuerst eine geschätzte Teilnehmerzahl von 2000,...

    Foto: Oliver Werner
  • ...korrigierte sie aber später auf 6000.

    Foto: Oliver Werner
  • Vom Prinzipalmarkt aus zogen die Demonstranten über Universitätsstraße, Aegidiistraße, Weseler Straße und Moltkestraße zum Ludgerikreisel, um von dort über die Ludgeristraße zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder der Protestveranstaltung.

    Foto: Oliver Werner
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Reiners interpretiert den grünen Wahlerfolg als „Auftrag, der für Europa, aber auch für die Kommunalpolitik gilt“. Die 36,6 Prozente zeigten, was möglich in Münster sei. Vor allem auch mit Blick auf die Kommunalwahl in knapp eineinhalb Jahren. „Ich würde mich wundern, wenn wir dann nicht mindestens die zweistärkste Fraktion wären“, sagt Reiners mit Blick auf das Wahlergebnis der SPD von Sonntag, die unter 15 Prozent blieb.

Ein eigener Oberbürgermeister-Kandidat

Mehr als ein Direktmandat, das Anne Naegels bei der Kommunalwahl 2014 für die Grünen in „Klein-Muffi“ geholt hatte, sollte im Herbst 2020 schon drinsitzen. Allerspätestens seit Sonntag ist klar, dass die Grünen einen eigenen Oberbürgermeister-Kandidaten stellen. Einen, der auch ein Rathaus führen kann, ist zu hören. Der Name des grünen Dezernenten Matthias Peck wird genannt. Auch Reiners selbst, Kämmerer beim Landschaftsverband, wird gehandelt. Eine Entscheidung ist nicht vor Anfang 2020 zu erwarten.

Verkehrswende und bezahlbarer Wohnraum

Reiners geht es zunächst um die Themen, die Verkehrswende solle mit dem Rückenwind durch das Wahlergebnis endlich eingeleitet werden. Die Schillerstraße soll Fahrradstraße werden, die Velorouten sollen (Münster-Telgte) kommen. Busstraßen sollen ausgebaut werden, damit die Busse an den Staus vorbeifahren können. Bezahlbarer Wohnraum soll im Hafen und an der Steinfurter Straße geschaffen werden. „Uns macht dieses Wahlergebnis Mut, an unseren Zielen festzuhalten“, sagt Reiners.

„Das sind Antworten der CDU“

Die Fraktionsspitzen von CDU und Grünen trafen sich am Montagabend zum turnusgemäßen Treffen. Der Wahlverlierer gratulierte dem Wahlsieger, ansonsten spielt die grüne Wahlsensation von Sonntag keine Rolle im Binnenverhältnis des Rathausbündnisses. Sagt zumindest CDU-Fraktionschef Stefan Weber. „Die Europawahl ist keine Kommunalwahl“, betont er. Eines indes habe sich bestätigt. Eine verlässliche Mehrheit gebe es in Münster nur mit dem Bündnis von CDU und Grünen. „Alles andere wäre das Chaos, das wir jahrelang hatten“, so Weber. Der Fraktionschef betont, dass sich die Politik der CDU im Vergleich zu 1990 oder 2000 gewandelt habe. „Den öffentlichen Personennahverkehr und den Radverkehr zu fördern, sind auch Antworten der CDU auf die Verkehrsprobleme. Das ist unserer Politik und nicht nur die der Grünen“, so Weber.

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