Tono Dreßen ist mit 87 Jahren gestorben
Kümmerer für seine Heimatstadt

Münster -

Er saß im Rat der Stadt Münster, engagierte sich besonders für den Stadtheimatbund und den Mühlenhof und galt gemeinhin als das, was man einen „Macher“ und „Kümmerer“ nennt. Jetzt ist Tono Dreßen mit 87 Jahren gestorben.

Donnerstag, 20.06.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 20.06.2019, 10:13 Uhr
Tono Dreßen Foto: Oliver Werner

Er war ein Macher und ein Kümmerer zum Wohle seiner Heimatstadt Münster, weshalb sich die Nachricht von seinem Tode wie ein Lauffeuer verbreitete: Tono Dreßen ist am 17. Juni verstorben, er ist 87 Jahre alt geworden.

Der frühere Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann würdigte ihn einst: Er ist ein Bürger, wie man ihn sich als Oberbürgermeister wünscht – „uneigennützig, bodenständig, von der Liebe zur Stadt geprägt“.

Engagement für Stadtheimatbund und Mühlenhof

Zweifellos ist eines seiner nachhaltigsten ehrenamtlichen Engagements das für den Stadtheimatbund, dem er in schwierigen Zeiten beistand und dem er mit dem historischen Torhäuschen am Neutor eine erstklassige Adresse verschaffte.

Unvergessen auch sein Engagement für den Mühlenhof, als erster Baas des Vereins „De Bockwindmüel“ realisierte er zahlreiche Gebäude auf dem Freilichtmuseum-Gelände, die heute zum festen Bestand gehören.

Übrigens – damals hatte der Mühlenhof keine wirtschaftlichen Probleme. Hier kamen ihm seine beruflichen Erfahrungen und Verbindungen in der Bauwirtschaft zugute, denn der Bauingenieur Tono Dreßen hat nach dem Kriege nahezu halb Münster wieder aufgebaut.

Nicht zuletzt – viele Jahre war er als Ratsherr für Münster engagiert, wobei er von seinem breit gefächerten Erfahrungsspektrum profitierte. Damals schrieb ein Laudator über ihn, dass seine vielfältigen Engagements offenbar wie ein Jungbrunnen für ihn wirkten, und in der Tat, wenn Tono Dreßen etwas anging, war er zu hundert Prozent bei der Sache.

Geboren in Soest, überzeugter Münsteraner

Die Vita dieses überzeugten Münsteraners, ja Berufs-Münsteraners im besten Sinne, hatte einen kleinen Schönheitsfehler: Er ist nicht in Münster geboren, sondern in Soest, wo zur Zeit seiner Geburt sein Vater tätig war, auf den er auch stolz war, denn sein Vater war zur Zeit des NS-Regimes in den Widerstand einbezogen, wenn auch nur am Rande. Deshalb hatte auch die Adresse der Geschwister-Scholl-Straße für ihn einen besonderen Stellenwert.

Tono Dreßen hatte viele Ämter und Ehrenämter, er interessierte sich einfach für alles, wenn es denn der Stadt Münster diente. Die Liebe zu Münster stand für ihn immer im Mittelpunkt. Die Stadt hat einen verdienten Bürger verloren.

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