Große Prozession am Sonntag
Lange Tradition und Vertrauen

Münster -

Ihre Ursprünge gehen zurück auf Zeiten, als in Münster die Pest wütete und ein Großbrand weite Teile der Stadt zerstörte. Damals brauchten die Bürger einiges an Gottvertrauen, um diese Katastrophen zu überwinden. Am Sonntag (7. Juli) zieht nun die nächste Große Prozession durch die Innenstadt. Ihr Motto diesmal: „Was für ein Vertrauen“.

Dienstag, 02.07.2019, 14:00 Uhr
Die Große Prozession geht auf das Jahr 1382 zurück. Foto: Oliver Werner

Das Leitwort des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund greift in diesem Jahr auch die Große Prozession in Münster auf. Auch sie steht unter dem Titel „Was für ein Vertrauen“ und findet am Sonntag (7. Juli) statt.

Die Teilnehmer beginnen in der St.-Lamberti-Kirche am Prinzipalmarkt. Der Stationsgottesdienst dort beginnt um 10 Uhr. Danach zieht die Prozession über die Salzstraße, Klosterstraße, Verspoel, Ludgeristraße und Prinzipalmarkt zum Domplatz.

Im St.-Paulus-Dom wird Bischof Dr. Felix Genn um 11 Uhr eine Heilige Messe feiern. Die 10-Uhr-Messe fällt deshalb aus. Die Familienmesse, die die Pfarrei St. Lamberti an jedem ersten Sonntag im Montag in der Martinikirche feiert, wird mit der Prozession verknüpft.

Familien feiern in der Martinikirche

So beginnen die Familien um 10 Uhr gemeinsam mit den Teilnehmern in St. Lamberti. Während die Prozession anschließend durch die Innenstadt führt, ziehen die Familien zur Martinikirche, um dort einen Gottesdienst zu feiern.

Der Brauch der Großen Prozession reicht zurück bis ins Jahr 1382. Damals starben in Münster mehr als 8000 Menschen an der Pest. Im Jahr darauf verwüstete ein Großbrand weite Stadtgebiete.

Seitdem ziehen aufgrund eines damaligen Gelöbnisses jedes Jahr Gläubige mit dem Allerheiligsten zu einer überpfarrlichen Buß- und Bittprozession durch die Altstadt. Aufgrund dieses Ursprungs wird auch eine Nachbildung des historischen Pestkreuzes, dessen Original im Stephanschor des Doms hängt, der Prozession vorausgetragen.

Wandel zur prächtigen Prozession im Barock

Unter dem Einfluss der religiösen Barockkultur des 17. Jahrhunderts wandelte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1650-1678) die schlichte Buß- und Bittprozession in eine triumphale Sakramentsprozession, ohne die Buß- und Bittgebete in den Stationskirchen anzutasten.

Im Nationalsozialismus unter dem seligen Bischof Clemens August Kardinal von Galen galt die Prozession mit nie zuvor und nie nachher erreichten Teilnehmerzahlen als überwältigende Demonstration der Katholiken Münsters für den christlichen Glauben und seine Werte – bis heute.

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