Prozess vor dem Landgericht
29-Jähriger gesteht Überfall auf „Burger King“

Münster -

Ein 29-Jähriger hat gestanden, am bewaffneten Überfall auf die „Burger King“-Filiale an der Steinfurter Straße im Februar beteiligt gewesen zu sein. Er habe sich „aus Angst“ vor einem Bekannten zu der Tat hinreißen lassen, beteuerte der Mann.

Dienstag, 13.08.2019, 14:02 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 14:46 Uhr
  Foto: dpa

Ein halbes Dutzend Gäste hält sich in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar im „ Burger King “ an der Steinfurter Straße auf, als plötzlich zwei Bewaffnete hereinstürmen. Einer hält die Gäste in Schach, der andere fordert eine Mitarbeiterin des Schnellrestaurants auf, die Tageseinnahmen herauszurücken – 4200 Euro.

Einer der beiden Täter muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht verantworten. Der 29-Jährige hatte sich Anfang April der Polizei gestellt, nachdem ihm ein Durchsuchungsbefehl zugestellt worden war. Beim Überfall hatte sich der Henkel der Tasche gelöst, in der sich die Beute befand. Die Ermittler sicherten am Henkel Spuren seiner DNA.

Überfall aus Angst?

So zeigte sich der 29-Jährige geständig – betonte aber zugleich, dass er die Tat nur unter Androhung von Gewalt begangen habe. Ein falscher Freund habe von ihm die Rückzahlung von frei erfundenen Schulden verlangt – erst 1500, dann 5000, schließlich 20 000 Euro. Sollte er das Geld nicht zahlen, dann werde er seine Cousins auf den Angeklagten und dessen Familie ansetzen. „Aus Angst“ habe er sich bereiterklärt, die fiktiven Schulden zurückzahlen. Doch der 29-Jährige hatte kein Geld, übte nie einen Beruf aus, lebte jahrelang in den Tag hinein, war wiederholt straffällig geworden.

Am 19. Februar habe ihn der Bekannte aufgefordert, eine Schreckschusswaffe zu kaufen. Einen Tag später holte ihn der Bekannte ab, im Pkw saß ein weiterer junger Mann, den er bis dahin nicht gekannt habe. Dann fuhren die drei zu „Burger King“. Während der Angeklagte und der junge Mann in den Imbiss stürmten, wartete der Bekannte vor der Tür. Von der Beute habe er am Ende nur 50 Euro erhalten, so der Angeklagte.

Die gleiche Schreckschusswaffe

Wenige Wochen später wurde der Bekannte bei einem Überfall auf einen Handyshop an der Warendorfer Straße festgenommen. Dabei benutzte er die Schreckschusswaffe, die der Angeklagte gekauft hatte. Der Bekannte sitzt in Untersuchungshaft, auch den jungen Mittäter hat die Polizei ermittelt, auf ihn wartet ein eigenes Verfahren.

Noch während der Verhandlung änderte der Richter den Tatvorwurf in „sehr schwere räuberische Erpressung“ ab, nachdem der Angeklagte berichtet hatte, dass die Waffe beim Überfall geladen gewesen sei. Nun drohe ihm eine Mindeststrafe von fünf Jahren, so der Richter.

Der Prozess wird am Donnerstag (15. August 2019) fortgesetzt.

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