„Schloss Classix“ in Münster
Pretty Woman trifft Pink Panther

Münster -

Wer Geburtstag hat, verdient auch ein Ständchen. Meinte Moderator Tim Eberhardt – und ermunterte das Publikum am Samstagabend, dem Deutschen Filmorchester Babelsberg zum Hundertsten ein „Happy Birthday“ zu singen. 

Sonntag, 19.08.2018, 15:53 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 19.08.2018, 14:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 19.08.2018, 15:53 Uhr
Wenn Julia Roberts so singen könnte: Henrike Jacob erinnerte auch mit einer Verdi-Arie an „Pretty Woman“. Natürlich war Dirigent Robert Reimer ebenfalls verzaubert. Foto: Wilfried Gerharz

Das bekamen die Besucher (insgesamt 2000, wie Eberhardt an anderer Stelle informierte) sofort hin. Die Musiker und ihr Dirigent Robert Reimer nahmen es lächelnd entgegen. Nur bei der Anrede kam der Publikums-Chor etwas aus dem Tritt: „Happy Birthday, liebes Orchester“, oder so ähnlich …

Die zweite Auflage der „Schloss Classix“ war am Freitag mit einem tollen Konzert gestartet. Vor der Schlosskulisse spielten die „Babelsberger“ unter Robert Reimer einen bunten Strauß Klassik, die in Kinofilmen Verwendung fand. Sopranistin Henrike Jacob steuerte drei wunderbar gesungene Arien bei, darunter als Zugabe eine Arie der „Lustigen Witwe“.

Kinotrailer mit Filmszenen

Am zweiten Abend setzten die Interpreten noch eins drauf – denn hier gab es nun „richtige“ Soundtracks zu hören. Berühmte Musik, die eigens für die Leinwand komponiert wurde. Von Hollywood-Meistern wie John Williams, Henry Mancini oder Hans Zimmer.

Schloss Classix 2018

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Alles perfekt also? Nicht ganz. Während des Konzerts gingen nicht wenige Leute auf den Brettern hin und her, welche die Bühne und alle Imbiss-Stände trugen. Das bescherte denen, die im rechten Block hinten saßen, eine Störkulisse, über die sich einige Gäste beschwerten. Am nächsten Abend waren ein paar Hinweisschilder aufgestellt, die das Grundproblem aber nicht beseitigten: Knarrende Holzbretter.

Technisch war alles superb. Die Tonanlage lieferte exzellenten Sound, der jenen vom Vorjahr deutlich in den Schatten stellte. Die Kameraführung lieferte auf zwei Leinwänden zusätzlich tolle Nahaufnahmen vom Orchester. Damit nicht genug: Am zweiten Abend gab es auch noch Kinotrailer mit Filmszenen. Da flatterte die Eule „Hedwig“ zur Musik von John Williams durch Harry Potters Hogwarts, und zum „Pink Panther“-Blues von Henry Mancini sah man „Paulchen“, den rosaroten Panther, durch den berühmten Trickvorspann schleichen.

Inbrunst und Innigkeit

Andere Stars wiederum erblickte man „nur“ auf Kino-Plakaten, zum Beispiel Hans Albers, Marika Rökk und Heinz Rühmann. Ehrensache! Immerhin waren die Babelsberger einst das Orchester der Ufa, und in dieser Tradition gab es ein „Ufa-Medley“ als Ouvertüre. Und was schmetterte da das Blech? „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“!

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Tim Eberhardt gab sein Debüt als Moderator. Und er bretterte er mit dem Motorrad über den Sand. Foto: Bender

Tim Eberhardt, künstlerischer Leiter der Friedenskapelle, gab sein Debüt als Moderator. Und er gab wirklich alles: Sogar als „Indiana-Jones-Ersatz“ bretterte er mit dem Motorrad über den Sand. Sopranistin Henrike Jacob wurde von ihm als „Pretty Woman“ angekündigt, denn sie sang jene Verdi-Arie, die bereits Julia Roberts im Film bezauberte: „Addio del passato“ aus La Traviata. Das hatte eine Inbrunst und Innigkeit, die nie die Schönheit der Klänge aus den Ohren verlor – wie üblich bei Henrike Jacob.

Deren Auftritt allein hätte den ersten Abend gelohnt. Auch die „Wahnsinns-Arie“ aus Lucia di Lammermoor gelang der Sopranistin technisch brillant und mit emotionaler Wucht. Sogar etwas Augenzwinkern durfte hier sein. Im Film „Das fünfte Element“ wird die Arie nämlich von einem bizarren Alien gesungen.

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