Kascha B. stellt im Boulevard ihr erstes Solo vor
Eine Frau macht viel Quatsch

Münster -

Bevor die Vorstellung beginnt, kriecht sie schon zwischen den Zuschauerreihen herum. Sie sucht ein Mädchen, später einen Jungen.

Mittwoch, 20.03.2019, 18:32 Uhr
Kascha B. stellte im Boulevard-Theater ihr erstes abendfüllendes Solo-Programm „Es kann Komik was will“ vor. Foto: Helmut Jasny

Bevor die Vorstellung beginnt, kriecht sie schon zwischen den Zuschauerreihen herum. Sie sucht ein Mädchen, später einen Jungen. Das geht eine ganze Weile so, und erst als sie ein Verlängerungskabel zwischen den Stuhlreihen hervorzieht, hat man kapiert dass sie damit die unterschiedlichen Stecker an dessen Enden meint. Weil die naturgemäß zusammenpassen, flammt dann auch das Bühnenlicht auf, und die Show kann beginnen.

„Es kann Komik was will“ nennt Kascha B. ihr erstes abendfüllendes Programm, das sie am Dienstag im Boulevard Münster präsentierte. Ein bisschen holprig mutet das Wortspiel schon an. Aber Kascha B. ist auch keine konventionelle Komikerin. Eher macht sie Quatsch. Das aber mit vollem Körpereinsatz. So ist ihre erste Tat, nachdem sie auf der Bühne steht, eine Wasserpistolen-Attacke auf die Zuschauer. An dieser Stelle ist sie bereits in eine der vielen Rollen geschlüpft, mit denen sie die zweistündige Vorstellung bestreiten wird.

Frau Pille Palle nennt sich eine tattrige ältere Dame, die mit Blümchenbluse, betonierter Dauerwelle und einem Toilettenrollator auf die Bühne geschlurft kommt. Weil man so ein Gerät nicht umsonst dabei hat, wird der Zuschauer gleich Zeuge eines blubbernden Stuhlgangs, dessen erfolgreicher Abschluss mit einem beherzten Schluck aus dem Flachmann gefeiert wird. All das geht wortlos, nur mit entsprechenden Geräuschen über die Bühne, und ist sicher nicht der subtilste Teil des Abends.

Wortreicher wird es mit dem Auftritt von Frau Pieper, ihres Zeichens Motivationstrainerin. Dafür hat sich Kascha B. in ein strammes Business-Kostüm gezwängt und ein Loriot-Gebiss in den Mund gesteckt. Dass bei ihren Motivationsübungen Sätze fallen wie: „Wenn es regnet, bin ich glücklich und freue mich. Weil wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“ – sei’s drum. Der Witz liegt hier weniger im Verbalen als in der emsigen Art, mit der die Dame ihres Amtes waltet. Und in der motivierten Art, wie sie sich nachher in der Garderobe betrinkt.

Letzteres bekommt das Publikum als Videoeinspielung präsentiert. Dazu hat Kascha B. eine große Leinwand aufgespannt, auf der man sie auch als Nachrichtensprecherin „Fake News“ verkünden oder als Christian-Anders-Double den „Zug nach Nirgendwo“ besingen sieht. Weitere Figuren in ihrem schrägen Defilee sind die langhaarige Wetterfee Ramona Nebel, die vom Sturm abenteuerlich über die Bühne gepeitscht wird, und die als Discjockey tätige Nora Netto, die in genau den leuchtenden Farben des gleichnamigen Discounters auftritt und dabei einen Talk mit einer Sexpuppe führt. Wie gesagt, Kascha B. ist eine Quatschmacherin vor dem Herrn. Und wer Quatsch mag, wird von ihrer Show begeistert sein.

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