Jenny Koban schreibt ihr erstes Drehbuch
Debüt mit einem ernsten Thema

Münster -

Eine Uraufführung ist schon an großen Bühnen ein besonderes Ereignis. Um so ungewöhnlicher wird jene Vorstellung, die am 31. August an der Wolbecker Straße erstmalig zur Aufführung kommt. Die Amateurbühne Münster-Ost stellt ihr Stück „Warum hast du mich vergessen?“ vor. Und geschrieben hat es ein Mitglied des traditionsreichen Vereins.

Mittwoch, 17.07.2019, 11:10 Uhr
Jenny Koban sitzt am Bühnenrand der traditionsreichen Amateurbühne Münster-Ost, wo ihr erstes eigenes Theaterstück zur Aufführung kommen wird. Foto: Martin Bauerle

Dies Schauspiel ist das erste Stück, das Jenny Koban selbst geschrieben hat. Das Theater hat es der 38-Jährigen bereits im jungen Alter angetan, und seitdem will die Münsteranerin es nicht mehr missen. Regelmäßig besuchte Koban als Kind das Weihnachtsstück eben dieser Amateurbühne. Als ihr mit neun Jahren durch Freunde ein Einblick in das Theaterleben gewährt wurde, war sie sofort Feuer und Flamme. Von da an spielte sie jedes Jahr in den Kinderstücken der Amateurbühne mit. Auch mit wachsendem Alter nahm die Begeisterung nicht ab, und so spielte sie als Jugendliche sowie als Erwachsene weiter in Stücken an der Amateurbühne mit. Mit der Zeit kam zu der Schauspieltätigkeit auch die Inszenierung und Regieführung hinzu. Zunächst als Regieassistenz (2001) im Weihnachtsmärchen, dann später die erste eigenständige Regie im selbigen (2007). Zurzeit ist Koban im Vorstand der Amateurbühne Münster tätig. Nun, fast dreißig Jahre nach dem ersten Blick hinter die Kulissen, kommt ein Text aus ihrer Feder zur Uraufführung.

Wie kam es nach 29 Jahren Engagement an der Bühne dazu, dass Koban ihr erstes Stück schreibt? „Freunde haben mich angesprochen und gefragt, ob ich nicht ein Stück schreiben könne, in dem sie die Hauptrollen spielen.“ Ihre erste Idee: ein eigenes Stück schreiben. Bei einem Theaterseminar, das Koban alljährlich besucht, kam sie auf die Idee, ein Buch in ein Theaterstück umzuschreiben. Für sie stand fest, dass es ein Stück mit einem ernsten Thema werden sollte. Durch die Schauspieler war die Konstellation der Personen im Stück vorgegeben: eine Mutter-Sohn-Beziehung. Das Thema Familiendrama lag nahe.

Die Suche nach einem passenden Werk gestaltete sich schwierig. Viele Bücher später fiel ihr das Richtige in die Hände: „Warum hast du mich vergessen?“ von Cyril Massarotto. In dem Buch geht es um eine Mutter von drei Kindern, die an Alzheimer erkrankt. Vor allem der jüngste Sohn kümmert sich um seine Mutter und zieht später sogar bei ihr ein, um sie zu pflegen. Doch ausgerechnet ihn erkennt sie als Ersten nicht mehr.

Die Konstellation der Personen, das ernste Thema und Aktualität – das Buch passte perfekt. Jenny Koban schrieb das Buch in ein Schauspiel um. Das Übertragen in einen spielbaren Text habe ihr sehr viel Spaß gemacht und weitere Arbeiten seien nicht ausgeschlossen. Aber: „Zur Zeit ist kein weiteres eigenes Stück geplant“, so Koban. Derzeit finden die Proben für das Elf-Personen-Stück statt. Die Autorin ist begeistert von der Leistung ihrer Schauspieler, insbesondere von der Hauptdarstellerin Petra Neuhaus als Mutter schwärmt sie: „Ich hätte mir keine bessere Besetzung der Rolle vorstellen können. Die Bühne ist wie eine große Familie, und ich bin froh, wie alles läuft.“

Am 31. August ist die Uraufführung. Jenny Koban hofft auf ein volles Haus und lädt jeden ein, das Stück anzuschauen.

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