Doppelausstellung im Kunsthaus
Erlebte Augenblicke festgehalten

Lüdinghausen/Münster-Angelmodde -

Leuchtend und voller Tiefe sind die maritimen Landschaften von Malerin Angelika Liebsch, die Natur wird bei ihr zu einem ganz besonderen Rückzugsort. Bildhauerin Marlies Imping verknüpft Natursteine mit archaischen, mystischen und zeitgenössischen Themen. Beides zu sehen ab 30. Juni in der Sommerausstellung im Kunsthaus Angelmodde.

Mittwoch, 26.06.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:00 Uhr
Bildhauerin Marlies Imping (l.) und die Lüdinghauser Malerin Malerin Angelika Liebsch stellen ab Sonntag (30. Juni) – die Vernissage beginnt um 11 Uhr – im Kunsthaus Angelmodde aus. Auf dem Bild unten hat sich Liebsch von Gerhard Richters Pendel in der Dominikanerkirche inspirieren lassen. Foto: pesa

Der Syrer Aeham Ahmad war 27, als er sich im zerbombten Damaskus ans Klavier setzte, um vor allem die Kinder mit seiner Musik vom Grauen des Krieges abzulenken. Als Kämpfer des „Islamischen Staates“ dann brutal sein Klavier zerstörten, floh er aus seiner Heimat. Seine Musik ist geblieben, hier wie dort.

Genau diesen Hoffnungsschimmer drückt die Malerin Angelika Liebsch mit ihrem Treibholz-Bild „Zerstörtes Klavier“ aus, auf dem schwarze und weißen Tasten (per Eisenpulver und Acryl) wie die Naturgewalt eines musikalischen Regens dargestellt werden. Das ist nur eines der 24 Bilder der Lüdinghauserin, die das Kunsthaus Münster-Angelmodde(Angelmodder Weg 80) in der Ausstellung „Ins Weite“ zeigt.

Erlebte Augenblicke

Einige erzählen von der Endlosigkeit und der Freiheit der Natur, vom Zauber Irlands und nächtlichem Sternenhimmel – eingefangen in farbintensiven Landschaften voller spannender Hell-Dunkel-Effekte. „Es sind alles Erinnerungen erlebter Augenblicke“, sagt sie.

Besser als Fotografien fängt sie „blaue Stunden“ ein, ganz ohne Menschen, nur eine Amsel verirrt sich, vielmehr geht es um den Sprung in die eigene beseelte Entschleunigung, um dem Wunsch nach dem einfachen Lebensglück. Sie malt Kraftoasen in Zeiten allgemeinen Stresses, der beim Betrachten ihrer Bilderschnell verblassen kann.

Die archaisch-anmutenden (Speck-)Stein- und Tonarbeiten der Gronauer Bildhauerin Marlies Imping korrespondieren vortrefflich damit, denn das Kunsthaus Angelmodde präsentiert erstmals eine Doppelausstellung.

„Auf der Flucht“ von Marlies Imping

„Auf der Flucht“ von Marlies Imping Foto: Peter Sauer

Die studierte Diplom-Sozialpädagogin verbindet in ihren haptischen und mit viel Liebe zum Detail erstellten Skulpturen (zum Beispiel mit raffinierter Marmorierung), erlebte Gegenwart mit der mythischen Vergangenheit – mit dem Ergebnis, dass der Mensch ein Suchender bleibt und es ihm nicht selten selbst obliegt, ob aus Hoffnung auch das angestrebte Lebensglück wird.

Autodidaktinnen

Die Doppelausstellung der beiden Autodidaktinnen bietet bis Mitte September viele interessante Ein- und Ausblicke. Die Vernissage ist am Sonntag (30. Juni)um 11 Uhr.

„Mittendrin“ von Angelika Liebsch

„Mittendrin“ von Angelika Liebsch Foto: Peter Sauer

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