Ex-Feuerwehrchef Fritzen referierte
Ein Stromausfall wird schnell gefährlich

MÜNSTER-ALBACHTEN -

Katastrophen lauern überall. Aber man kann sich schützen

Freitag, 05.04.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 18:34 Uhr
Zu einem spannenden Abend im Rahmen der „Albachtener Gespräche“ hatten Ferdinand Lenfers (l.), Holger Wigger (2.v.r.) und Manfred Rösmann (r.) den ehemaligen Feuerwehrchef Benno Fritzen in das Vereinsheim von Concordia Albachten eingeladen. Foto: cro

Es klingt wie ein Thriller-Drehbuch: Der Strom ist weg und das schon seit einigen Tagen. Panik bricht in der Bevölkerung aus, das öffentliche Leben kommt zu Erliegen, Supermärkte werden gestürmt und der Staat ist machtlos.

Dabei könnte so etwas tatsächlich eintreten – und jeder sollte sich selber vorbereiten, um so eine Krise zu managen. „Zumindest, was die Vorräte im eigenen Haus angeht, denn der Staat wird nicht kommen, um etwas zu verteilen.” Das war einer der Tipps, die Benno Fritzen , der ehemalige Leiter der Berufsfeuerwehr Münster, den Besuchern der „Albachtener Gespräche“ im Concordia-Sportheim mit auf den Weg geben konnte. Fritzen sprach zum Thema „Black Out“ (totaler Stromausfall). Er beschrieb ein Schreckensszenario, das vielen Zuhörern sicherlich nicht gefiel.

Der Referent erklärte erst einmal, wie Katastrophenschutz überhaupt in Deutschland funktioniert: „Das ist Ländersache.” Darin liege allerdings auch ein Fehler. Schon seit Jahren, so Fritzen, forderten Katastrophenschützer „eine Instanz auf Bundesebene, die die Koordination im Falle eines Falles in die Hand nimmt, „aber die gibt es leider nicht”. So werde es schwierig, bundesweite Hilfe im Notfall zu koordinieren. Doch Fritzen lobte ausdrücklich die Strukturen vor Ort: „Die funktionieren, da kann man sich sicher sein.” Zudem hob der Referent ebenfalls die Ehrenamtlichkeit des Katastrophenschutzes hervor. Eine „Hauptamtlichkeit“ dieses Schutzes wäre viel zu teuer, betonte er.

Gänsehaut

Der ehemalige Feuerwehrchef umriss auch, was eine Katastrophe wie ein Stromausfall für Folgen hat. Das hinterließ bei so manchem eine Gänsehaut, denn die Zeiträume sind weitaus enger als man denken mag. „Bereits nach einer Stunde kommt es zum Teilzusammenbruch der Kommunikation und die Notstromaggregate springen an“, gab Fritzen zu Bedenken.

Der Referent lieferte aber auch konkrete Hinweise, was bei einem „Blackout“ oder einem anderen Katastrophenfall zu tun ist. Für einen Notruf könne man sich an das nächste Feuerwehrgeräthaus wenden, dort gebe es Funk und es sei immer jemand da.

Autoradio

Bei Stromausfall biete außerdem ein Autoradio über längere Zeit die Möglichkeit, Nachrichten zu empfangen. Die eigenen Wasser- und Nahrungsmittelvorräte sollten für zehn Tage reichen. Weitere Infos gibt es im „Ratgeber für Notfallvorsorge“ der beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bestellt werden kann.

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