NRW-Engagementpreis
Lebensretter für kleine Kiebitze

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Die Kandidaten für den NRW-Engagementpreis 2019 sind nominiert. Erneut hat es ein Projekt aus dem Stadtbezirk Hiltrup in die Endrunde geschafft: Dieses Mal ist es die Nabu-Naturschutzstation.

Montag, 17.12.2018, 20:30 Uhr
Kiebitze sind wie andere Feldvögel auch akut vom Aussterben bedroht. Mehr als 80 Prozent ihrer Nester, die sie bevorzugt auf Ackerflächen anleben, werden unbeabsichtigt untergepflügt. Längst gibt es wirksame Hilfsmaßnahmen, die sich digital koordinieren lassen. Foto: Tom Dove

In Münsters Süden scheint es ein ausgesprochen gutes Klima zu geben für ambitionierte Projekte, die sich gute Chancen auf den NRW-Engagementpreis ausrechnen dürfen. Der Kulturbahnhof Hiltrup schaffte 2018 den Sprung unter die besten zwölf Projekte, im kommenden Jahr ist die Nabu-Naturschutzstation auf Haus Heidhorn in der Finalrunde dabei.

„Engagement und Digitalisierung – neue Potenziale nutzen“ – unter diesem Motto steht der Engagementpreis NRW, den die Landesregierung Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege in diesem Jahr ausgelobt hat.

Mit insgesamt 90 Projekten haben sich Vereine, Stiftungen und Bürgerinitiativen aus Nordrhein-Westfalen bis zum Bewerbungsschluss Mitte Oktober beworben. Staatssekretärin Andrea Milz gab jetzt den Vorentscheid der Jury bekannt.

Als „Engagement des Monats März“ wird die „Nestfinder“-App für den Kiebitzschutz ausgezeichnet. Im März und April brüten die Kiebitze ihren Nachwuchs aus. Die meisten tun dieses auf Ackerflächen. „Mehr als 80 Prozent der Nester werden beim Ackern umgepflügt“, weiß Kristian Lilje aus Erfahrung. Die Folgen sind dramatisch: Das Kiebitzsterben nimmt beängstigende Züge an. 2017 wurden in Münster noch 108 Kiebitzpaare gezählt. In Kürze wird die Zahl zweistellig sein. Längst versuchen Umweltschützer, die Nester mit Stöcken auf den Ackerflächen zu markieren. Der Landwirt ackert dann um das Nest herum. Mindestens ebenso wichtig ist das Anlegen von Feldvogelinseln. Das sind kleine Flächen, die bewusst unbeackert bleiben, damit sich hier die Natur entwickeln kann und sich Insekten ansiedeln. Ohne Insekten bleibt bei dem Kiebitz, der Feldlerche („Vogel des Jahres 2019“) sowie dem Rebhuhn der Magen leer.

Die Wirksamkeit dieser Hilfsmaßnahmen ist längst bekannt. Die Hilfe lässt sich wirksam koordinieren mittels einer neuen Nestfinder-App, erklärt Kristian Lilie. Aufgefundene Nester würden in digitale Karten eingetragen. Somit werde auch ersichtlich, welche Ackerflächen bereits von freiwilligen Helfern nach den Kiebitznestern abgesucht wurden.

Unterstützt wird das Projekt der Nabu-Naturschutzstation bereits im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“.

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