Buslinien in Amelsbüren
Verkehrsplaner erteilen klare Absage

Münster-Amelsbüren -

Anwohner der Pater-Kolbe-Straße sind auf die Busse nicht gut zu sprechen. Sie wünschen, dass in Zukunft nur halb so viele Busse auf ihrer Straße unterwegs sind. Die Stadt lehnt diesen Wunsch ab. Eine Ringlinie lasse sich nicht realisieren.

Mittwoch, 23.01.2019, 12:00 Uhr
Die Straßenschäden an der Pater-Kolbe-Straße wurden im Januar 2018 erstmals in ihrer ganzen Dramatik sichtbar. Die Stadt reagierte mit einer provisorischen Ausbesserung und verbannte die Gelenkbusse von der Straße. Die Anwohner wünschen sich weniger Busverkehr. Foto: gro

Bereits vor der Sitzung der Bezirksvertretung müssen die Anwohner der Pater-Kolbe-Straße eine Nachricht zur Kenntnis nehmen, die ihnen vermutlich nicht schmecken wird. Ihrem Wunsch, die Buslinienführung in Amelsbüren dauerhaft zu verändern, steht die Stadt Münster skeptisch gegenüber. Die Chancen auf eine Ringlinie innerhalb des Davertdorfes dürften gesunken sein.

Bis zur Sperrung für den Busverkehr im April 2018 fuhren die Buslinie 1 und die Nachtbuslinie 82 in beiden Fahrtrichtungen über die Pater-Kolbe-Straße. Die Anwohner verwiesen darauf, dass die Schäden an der maroden Straße in erster Linie von den Gelenkbussen herrühren. Allein die Buslinie 1 fährt im Zwanzig-Minuten-Takt.

Anwohner regten an, den Bus künftig nur noch in einer Fahrtrichtung über ihre Straße zu führen. In der Praxis würde der Bus eine Schleife über die Davert­straße, den Dornbusch und sodann Pater-Kolbe-Straße und Zum Häpper führen – und die Zahl der Busse auf der Pater-Kolbe-Straße würde sich halbieren.

Mit Verweis auf den 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster lehnen die Stadtplaner diesen von der CDU-Fraktion in die politische Debatte eingeführten Vorschlag ab. Die Erreichbarkeit der Buslinien würde sich für bis zu 400 Ein- und Aussteiger pro Tag deutlich verschlechtern. Sie müssten längere Fußwege zu den Haltestellen auf der Straße am Dornbusch sowie auf der Davertstraße in Kauf nehmen, argumentiert die Stadt. Davon betroffen wären insbesondere die Wohngebiete Auf der Breie sowie Lange Kuhle, die künftig mehr als 500 Meter von den Haltestellen entfernt lägen.

Die Stadtplaner weisen zudem daraufhin, dass die Haltestellen Davertstraße, Amelsbüren-Süd auch in Zukunft „zwingend anzusteuern“ seien. Gleiches gelte für die Haltestelle am Amelsbürener Bahnhof. Für diese Haltestellen müssten zeitaufwendige Stichfahrten angeboten werden, sollte es zu einer Ringlösung kommen. In diesem Zusammenhang sei noch etwas bedeutsam: Die Stadtbuslinie 1 gilt wie berichtet als anfällig für Verspätungen. Man müsse daher Zeitpuffer einbauen, auf die man nicht verzichten könne.

Erst vor wenigen Tagen hatten Anwohner der Pater-Kolbe-Straße 53 Unterschriften an Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt überreicht (WN, 19.1.). Sie wollen eine Verschiebung der angekündigten Sanierung ihrer Straße um ein Kalenderjahr erreichen. Sie setzen ihre Hoffnungen auf eine Änderung der Gesetzeslage, damit die Straßenausbaukosten nicht mehr den direkten Anliegern aufgebürdet werden. Die Bezirksvertretung Hiltrup befasst sich am Donnerstag (24. Januar) um 17 Uhr in öffentlicher Sitzung in der Stadthalle mit dem Thema. Ende vergangenen Jahres hatte die Politik bereits ein erstes Mal die Beratung verschoben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6339554?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F133%2F
Münsters Open-Air-Kinoprogramm 2019
Sommer-Filmnächte: Münsters Open-Air-Kinoprogramm 2019
Nachrichten-Ticker