Reit- und Fahrverein 1876 bietet heilpädagogisches Voltigieren an
Heilsamer Pferderücken

Münster-Hiltrup -

Freitags bietet Sonderpädagogin Beate Schmitz vom Reit- und Fahrverein 1876 Amelsbüren Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren an: „Fühlen, Riechen und das Führen des Pferdes ist wichtig“.

Mittwoch, 11.09.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 17.09.2019, 18:12 Uhr
Freitags bietet Sonderpädagogin Beate Schmitz vom Reit- und Fahrverein 1876 Amelsbüren Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren an: „Fühlen, Riechen und das Führen des Pferdes ist wichtig“. Foto: hk

Ganz behutsam führt Marleen die Ponystute in die Reithalle. „Sie ist ganz lieb“, sagte Sonderpädagogin Beate Schmitz . Sie muss es wissen, denn es ist ihr Pony, das sie dem Heilpädagogischen Reiten zur Verfügung stellt.

Dann wird erst einmal gestriegelt und gebürstet, bevor der Voltigiergurt aufgelegt wird. Mit dabei ist Marleens Schulkamerad Felix, der im Rollstuhl sitzt und wegen seiner geistigen und körperlichen Behinderung eine besondere Förderung braucht. Pauline, die mit einer Körperbehinderung zur Grundschule geht und der Reitstunde freudig entgegen sieht, ist auch dabei.

Inzwischen longiert Anika Rieke , die zurzeit eine Zusatzausbildung im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren macht, die Ponystute, damit sie während der Förderstunde warm und locker bleibt.

Während die beiden Mädchen ein paar Sitzübungen auf dem Holzpferd machen, wird Felix als Erster auf die Stute gehoben. Dass er dabei einen Helm tragen muss, gefällt ihm gar nicht. Nach ein paar Runden kann er sich kurz aufrichten und die Zügel festhalten. Ein großer Fortschritt für ihn. So kann er, unterstützt durch die Bewegung des Pferdes, seine Rückenmuskeln stärken.

Ganz zuversichtlich sitzt die elfjährige Marleen auf dem Ponyrücken. Sie reitet seit ihrem vierten Lebensjahr. „Ich hatte früher auch ein Pferd“, sagte ihre Mutter. Da war es fast selbstverständlich, dass Reiten und der Umgang mit dem Pferd die richtige Therapie für ihre Tochter ist. Sie hat ein gutes Taktgefühl und hält sich auch im Trab wacker auf dem Pferderücken. „Habt Ihr heimlich geübt? Es klappt super“, freut sich Beate Schmitz. Und das nach siebenwöchiger Pause während der Sommerferien.

Der Umgang mit dem Pferd ist auch eine Wahrnehmungsgeschichte, so die Sonderpädagogin der Regenbogenschule, die eine Zusatzausbildung für Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren hat. „Fühlen, Riechen und das Führen des Pferdes ist wichtig.“

Pauline muss noch ihre Ängstlichkeit überwinden. Sie sitzt nun ganze vier Minuten seitwärts auf dem Pferderücken. Ein großer Fortschritt seit der letzten Reitstunde.

Es ist schön zu sehen, wie gelockert und fröhlich die Kinder nach der eineinhalbstündigen Förderung sind. Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren gehört zum Bereich Therapeutisches Reiten und richtet sich an Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten, geistiger und körperlicher Behinderung und anderen Entwicklungsstörungen.

Die Förderstunden führen Pädagogen und Psychologen mit spezieller Zusatzqualifikation durch.

„Leider erkennen die Krankenkassen die heilsame Wirkung des Heilpädagogischen Reitens nicht an – im Gegensatz zur Hippotherapie“, heißt es vor Ort.

Seit Mai bietet der Reit- und Fahrverein 1876 Amelsbüren das Heilpädagogische Reiten an, jeweils freitagnachmittags.

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