Pfarrer Klaus Wirth feierte sein Goldenes Priesterjubiläum in der St.-Bernhard-Kirche
„Ratgeber und Wegweiser zugleich“

Münster-Angelmodde -

Geschenke zu machen ist seine Art, den Dienst am Menschen zu verstehen. So erlebte Stadtdechant Jörg Hagemann seine ersten Begegnungen mit Klaus Wirth, der am Samstag sein Goldenes Priesterjubiläum mit einem über zweistündigen Gottesdienst feierte. Wie beliebt der Pfarrer ist, der seit 36 Jahren die Gemeinde prägt, zeigte die volle St. Bernhard-Kirche, in der nicht alle Besucher Platz finden konnten.

Montag, 01.07.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 18:16 Uhr
Pfarrer Klaus Wirth (2.v.l.) feierte sein Goldenes Priesterjubiläum. Rechts neben ihm der leitende Pfarrer der Gemeinde St. Nikolaus Münster, Jörg Hagemann. Foto: hk

„In der Art und Weise, in der du deinen Dienst versehen hast, warst du Ratgeber und Wegweiser zugleich“, sagte der leitende Pfarrer von St. Nikolaus.

Viele seiner Weggefährten nahmen die Reise in Kauf. Wie der vom Kloster Hünfeld im Bistum Fulda kommende Pater Klaus Söhnel, der vor einem Jahr sein Goldenes Priesterjubiläum feierte wie auch Diakon Gerd Ständer, der vor zwei Jahren sein 25-jähriges Weihejubiläum in Rheine beging.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von allen Instrumentalisten und Organisten, die Wirth die letzten 36 Jahre begleitet hatten. „Auch dem Chor der Friedensgemeinde habe ich oft Asyl gewährt“, kündigte Professor Hans Hermann Wickel an, der mit südamerikanischen Rhythmen den Gottesdienst belebte.

Kritisch sah Professor Leo Karrer in seiner Predigt die Entwicklung der katholischen Kirche. Das Haus sei renovierungsbedürftig, das Kirchenrecht sei in vorkonziliärer Zeit stecken geblieben. Auch die kirchlichen Symbole müssten diensttauglicher werden. Hier sei der Beruf des Priesters gefordert, der das tue, war pastoral nötig und theologisch machbar sei. „Gott ist zu klein und Kirche zu groß gedacht“, sagte der 82-jährige Pastoraltheologe. Dennoch müsse der Mensch Mut zur Hoffnung aus der Botschaft Jesu schöpfen.

Klaus Wirths Offenheit für ökumenische und interreligiöse, kulturelle Gespräche sei sein Markenzeichen. „Am Abend vor dem Weihetag vor 50 Jahren habe ich Klaus Wirth auf dem Send getroffen. „Merkwürdig, dass sich Hochwürden so irdisch bedient“, ging es Karrer durch den Kopf. Es sei die Hinwendung zum Leben, konterte damals Wirth mit verschmitztem Charme und Überzeugungskraft.

„Wir werden es nicht mehr erleben, dass die Kirche das weiß, was wir heute bereits wissen“, spielte Klaus Wirth auf die verkrusteten Strukturen der Kirche an. Der Predigt folgte eine lange Gratulationscour vom Ortsausschuss, dem Ökumenischen Kreis, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, dem Förderverein Lateinamerika bis zum Familienzentrum St. Bernhard und dem Pfarreirat. „Vorsicht“, mahnte Wirth humorvoll, „es muss noch ein bisschen für die Beerdigung übrig bleiben“. Statt vieler Worte hieß es am Ende des Gottesdienstes, nun zum anschließenden Beisammensein zum Kirchplatz zu gehen und mit Getränken und kleinem Buffet Wirths Goldenes Priesterjubiläum zu feiern.

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