Fachkräftemangel beklagt
„Deutschland muss starke Industrienation bleiben“

Münster-Angelmodde -

Karl-Josef Laumann, Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, fand auch ein paar sehr kritische Worte, als er am Samstagabend beim „Politischen Frühstück“ sprach, zu dem die Angelmodder Ortsunion eingeladen hatte.

Montag, 15.07.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2019, 18:08 Uhr
War beim „Politischen Frühstück“ der Angelmodder Ortsunion zu Gast: Karl-Josef Laumann, Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Foto: anh

Gleich zwei Landespolitiker kamen am Samstag zum „Politischen Frühstück“ im Pfarrheim von St. Bernhard, zu dem die Ortsunion Angelmodde eingeladen hatte: der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann , und Stefan Nacke , Mitglied des Landtages seit 2017 und inzwischen Wissenschafts Sprecher seiner CDU-Fraktion.

Zum Eklat im Landtag vom Mittwoch wertete Nacke gegenüber der AfD: „Das sind alles Kämpfer gegen die Demokratie.“ Zu deren „Schau-Antrag“ meinte er, er sei „wie wir das von der AfD kennen, nicht besonders aussagekräftig.“ Und: „Wir müssen sie politisch bekämpfen – da müssen wir alle ran.“ Sehr erfreulich für Münster sei die geplante Ansiedlung einer Batterie-Fabrik nahe Amelsbüren.

„Ihr habt uns mit Stefan einen guten Landtagsabgeordneten geschickt“, eröffnete Laumann seine Rede mit einem Lob an den vollen Saal. Gern sei er aus der Provinz in die Bezirkshauptstadt gefahren, sagte Karl-Josef Laumann. Er beklagte einen Mangel an Facharbeitskräften für Industrie und Handwerk und Arbeitskräften, der kein vorübergehendes Problem sei. Einblicke von Schülern in die Welt von Handwerk und Industrie während der Schulzeit seien wichtig, damit diese „beide Lebenswelten kennenlernten“. Es gehe nicht an, dass sie für ein Studium votierten, „ohne einen blassen Schimmer zu haben“. Handwerk heiße heute nicht „Maloche“, es erfordere Fingerfertigkeit und Verstand. „Wo kriegen wir auf Dauer eigentlich die Fachkräfte her?“, jene mit dualer Ausbildung, frage er sich. Außerdem werde Deutschland „an Zuwanderung für den Arbeitsmarkt nicht herumkommen“. Mangel herrscht auch bei Allgemeinmedizinern. Es hapere beim Engagement für entsprechende Ausbildung, das bescheinigte Laumann auch Münsters Uniklinikum. „Unis haben’s etwas schwer mit allem, was normal ist.“

Im Blick auf Klimapolitik empfahl er die Soziale Marktwirtschaft. Man solle „mit ähnlichen Mitteln das Soziale um das Ökologische ergänzen“. Die Union müsse „in der Programmatik nacharbeiten“, aber „nichts übers Knie brechen“. Deutschland müsse „eine starke Industrienation bleiben“. Weiter Dienstleistungen wie Logistik anzusiedeln sei nicht ratsam, „daran müssten sich so langsam auch mal die Wirtschaftsförderer gewöhnen.“ Wertschöpfung und Löhne seien hier häufig unzureichend für die Altersversorgung.

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