Stein-Gymnasiasten kartieren Gievenbeck
Schüler erfassen Daten vor Ort

Münster-Gievenbeck -

Statistiken begeistern nicht gerade jeden – hauptsächlich auch bedingt durch ihr häufig trockenes Zahlenwerk. Es geht aber auch anders:

Donnerstag, 14.06.2018, 18:14 Uhr

Lehrer Benedikt Laumann unterstützte die Schülergruppen (hier v.l.: Cynthia Pieper, Marie Dueßel und Denis Scherer) bei den Recherchen und der Ausarbeitung. Foto: kbö

Überraschende Daten ermittelten nun einige Gymnasiasten der Jahrgangsstufen neun und zehn des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums während eines besonderen Projekts. Sie kartierten den Stadtteil Gievenbeck und fanden Erstaunliches heraus.

Ein Teil der Kartierung umfasste beispielsweise die Untersuchung der Nutzung regenerativer Energien im Auenviertel. Dabei kam heraus, dass ein Großteil der Gebäude Solarenergie nutzen könnte, aber keine Anlage installiert hat.

Das Projekt ersetzte nach Auskunft des Lehrers Benedikt Laumann eine Klassenarbeit in den beiden Jahrgängen im Differenzierungsbereich Gesellschaftswissenschaften (Politik, Geschichte und Geografie).

Die erste Gruppe widmete sich der Anzahl der Haushalte in Gievenbeck. Zu diesem Zweck wurden fünf Untergruppen gebildet, die sich einen Bereich des Stadtteils vornahmen. Echte Kleinarbeit: „Die Schüler haben geschaut, wie viele Klingelschilder sich an den Häusern befinden“, so Laumann. Allein die Erfassung eines Teilbereichs nahm laut Schülerin Cynthia Pieper zwei Stunden in Anspruch. Sie war mit einer Mitschülerin rund um die Michaelkirche im Zentrum unterwegs.

Die dabei ermittelten Zahlen flossen dann in eine farbige Grafik ein, die anschaulich verdeutlichte, wo sich Mehrfamilienhäuser häufen oder wo Einfamilienhäuser in der Mehrheit sind. „Es kam heraus, dass der Großteil Gievenbecks aus Einfamilienhäusern besteht und dass der Stadtteil über eine hervorragende soziale Infrastruktur verfügt“, fasst Laumann zusammen.

Ein Parallel-Kursus befasste sich mit der historischen Entwicklung Gievenbecks. Um dort die Daten ermitteln zu können, besorgten sich die Schüler diverse Karten vom Katasteramt, die Gievenbecks Entwicklung während der Jahrzehnte dokumentieren.

Das Ergebnis: „Die Entstehung begann an der Gievenbecker Reihe. Der Stadtteil entwickelte sich dann in nordwestlicher Richtung, um dann wieder in südwestlicher Richtung die Kaserne einzuschließen.“

Den sozialen Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten widmete sich der dritte Kursus. Wo liegen die Kitas, wo die Sportflächen, Sehenswürdigkeiten oder Kirchen. Auch diese Ergebnisse flossen in eine von den Schülern mitgestaltete farbige Grafik ein. „Die meisten Einrichtungen kenne ich natürlich“, so Marie Dueßel, die in Gievenbeck lebt. Mitschüler Denis Scherer schließt aus den Ergebnissen: „Ein junger Stadtteil mit vielen Angeboten für junge Menschen.“

Eine erstaunliche Erkenntnis brachten die Untersuchungen des zehnten Jahrgangs. Dieser nahm sich das Auenviertel zur Brust unter der Maßgabe, wo regenerative Energien zum Einsatz kommen könnten und wo sie wirklich vorkommen. „Lediglich einige Gebäude nutzen Solarthermie oder Photovoltaik“, so die ernüchternde Erkenntnis des Fachlehrers.

Ein Projekt, das auch die Schüler als unterhaltsame Alternative zum alltäglichen Unterricht empfanden, wie Cynthia Pieper stellvertretend für ihre Mitschüler sagt: „Es hat richtig Spaß gemacht. Das würde ich gerne wiederholen.“

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