„Schützenswerter Bestand“
Hakenesheide: Ärger ums Herbstlaub

Münster-Gelmer -

Das soll eine Hecke sein? Das war es vielleicht mal vor 100 Jahren. Inzwischen steht an der Hakenesheide eine lange Reihe hoher Bäume. Deren Laub im Herbst manchem Anlieger ein Dorn im Auge ist.

Dienstag, 13.12.2016, 11:12 Uhr

Was vor 100 Jahren als Wallhecke angelegt wurde, bedrängt mittlerweile die Nachbarhäuser – und sorgt im Herbst für große Mengen schwer verrottenden Eichenlaubs.
Was vor 100 Jahren als Wallhecke angelegt wurde, bedrängt mittlerweile die Nachbarhäuser – und sorgt im Herbst für große Mengen schwer verrottenden Eichenlaubs. Foto: mfe

Die Bäume sind kahl, das Laub ist gefallen. Stellt sich nur die Frage: wohin?

Was das Laub jener alten Wallhecke betrifft, die auf etwa 300 Metern den Sportplatz Gelmer von der Hakenesheide trennt, kennt Renate Schwarzer die Antwort: „Das verstopft die Dachrinnen und die Kellerschächte.“ Sie muss es wissen, denn ihr hochbetagter Vater, der an der Schornheide lebt, wird des „Massenlaubanfalls“, wie sie es nennt, kaum noch Herr.

„Man hat die Hecke wachsen lassen – höher als das Haus“, meint Schwarzer. Mittlerweile habe man es bereits mit einem kleinen Wald zu tun, der die benachbarte Wohnbebauung regelrecht bedränge. Bei Starkregen, wie er mittlerweile ein oder zwei Mal jährlich vorkomme, könne das Wasser kaum noch abfließen. Die Einschränkung des Fernsehempfangs sei dagegen noch das kleinere Übel.

Was könnte Abhilfe schaffen? „Wenn man die Bäume so kürzen würde, dass sie niedriger sind als das Haus.“ Sie habe sich in dieser Sache bereits an die Stadt gewendet – wo man ihr allerdings zu verstehen gegeben habe, dass sie sich mit dem Laub-Problem werde abfinden müssen.

Ulrich Kleine-Bösing vom Grünflächenamt kennt das Problem – und weiß, dass es nicht auf Gelmer beschränkt ist: „Das Laub können wir nicht wegdiskutieren. Das ist ein Problem, das wir an vielen Stellen in der Stadt haben.“ Grundsätzlich verfüge Münster über sehr viele Straßenbäume, und das sei in Anbetracht des Klimawandels gut und wünschenswert: „Wir sind froh, dass wir diesen schönen Bestand haben und ihn erhalten können.“

Die Wallhecke in Gelmer sei vermutlich schon vor über 100 Jahren angelegt worden; einige der großen Eichen seien nach Einschätzung des Bezirks-Gärtnermeisters noch älter. Diesen zur Erhaltung festgeschriebenen, schützenswerten Bestand könne man nicht einfach einkürzen. Zumal die Hecke in Richtung Sportplatz eine wichtige Lärmschutz-Funktion zu erfüllen habe. Und würde man den Unterbewuchs auf den Stock setzen, wäre die freie Fläche wohl rasch zugeparkt.

An der Hakenesheide sei die Stadt keineswegs untätig gewesen. Im Sommer sei auf Anregung von Anwohnern zurückgeschnitten worden, um den Schattenwurf zu begrenzen und Fernsehempfang zu ermöglichen. „Was wir machen konnten, haben wir gemacht“, versichert Kleine-Bösing. Wie beschwerlich das Laubfegen gerade für ältere Menschen sei, könne er nachvollziehen. Auch den Ärger. „Es ist wohl schwer zu verstehen, dass wir nicht besser helfen können.“  

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