Betreiberin arbeitete einst im Café Schucan
Hofcafé Ostholt schließt nach 20 Jahren

Münster-Handorf -

Vor 20 Jahren hat sich Mechthild Ostholt mit einem Hofcafé einen Traum erfüllt. Jetzt gibt sie ihren Betrieb auf. Einst hatte sie im legendären Café Schucan gearbeitet und sich viele Raffinessen bei den Konditoren abgeschaut.

Dienstag, 08.01.2019, 19:00 Uhr
Mechthild Ostholt gab nach knapp 20 Jahren ihr Hofcafé in Handorf-Dorbaum auf. Foto: gh

Ihre Liebe zu Schucan schmeckt durch. Mechthild Ostholt gehört zu den Münsteranern, die bis heute bedauern, dass dieses Traditionscafé am Prinzipalmarkt geschlossen wurde. Mehr noch: Die 62-Jährige hat lange Zeit selbst in dem Café gearbeitet und sich so manche Raffinessen beim Verzieren der Kuchen von den Profis in der Backstube abgeschaut. Damals wurde ihr Traum geboren, selbst ein Café zu eröffnen. Die Handorferin verwirklichte die süße Idee. Knapp 20 Jahre später hat sie dieses Kapitel beendet.

Große Skepsis schlug der Handorferin entgegen, als sie sich mit Ende 40 den Traum eines Hofcafés erfüllte. Platz war genug da. Die 62-Jährige, die gebürtig aus Füchtorf stammt und dort auch in einer Bäckerei gelernt hat, hatte am Kerkamp in Dorbaum den Hof einer Tante ihrer Großmutter übernommen. Mechthild Ostholt wollte immer in Münster arbeiten und bewarb sich darum bei Schucan. „Das war eine tolle Zeit, ich habe viel gelernt.“ Erst als die drei Kinder groß waren, griff sie ihren persönlichen Traum wieder auf.

Gemeinsam mit Ehemann Bernhard Ostholt renovierte sie eine alte Holzremise, den Mittelpunkt des Cafés. Doch schnell reichte der Platz nicht aus, eine Lagerhalle wurde integriert. Der Ehemann wirkte im Hintergrund, er testete die Kuchen-Ideen seiner Frau. Fand er die Rezepte mit seinem feinen Geschmack gut, kamen sie auf den Tisch. Dazu gehörte die Himbeer-Philadelphia-Mandelsplitter-Torte: „Die war unser Renner.“ Aber auch Stachelbeerschmand, Obstkuchen, Schwarzwälder-Torte, Erdbeer-Quark-Torte und Sachertorte – die Handorferin bekam es gebacken. Die Arbeit empfand sie als ihr persönliches Yoga. „Ich muss dabei meine Ruhe haben.“ Ihr Rezeptbuch hatte sie trotz aller Routine immer dabei.

Torten über Torten kreierte Mechthild Ostholt. Oft stand sie um fünf Uhr morgens in der Küche, wenn sich nachmittags Gäste angekündigt hatten. Ohnehin nahm die 62-Jährige die Gruppen nur nach vorheriger Anmeldung an. Häufig besuchten die Gäste erst Rosen Freytag, um dann bei Ostholts Kaffee zu trinken. Aus dem Münsterland kamen sie angereist. Mechthild Ostholt erinnert sich an ihre Themen-Kaffeetrinken mit Sammeltassen, einer Buttercremeauswahl und einer Märchenerzählerin. Der Schritt, das Café zu schließen, „falle ihr schwer“, sagt sie, dafür habe sie es einfach zu gerne gemacht. Trotzdem freut sie sich auf den Ruhestand, auf ihre acht Enkel und auf Abstecher ins Café in die Stadt.

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