Fotograf des Wandels
Ein Meer von Alpenveilchen

Münster-Kinderhaus -

Vermutlich in den 1960er-Jahren entstanden Willi Zumbrocks Bilder der Gärtnerei Moldrickx. Das markanteste ist eine Aufnahme aus einem Gewächshaus mit einem Meer von blühenden Alpenveilchen.

Montag, 19.08.2019, 19:00 Uhr
Einen Besuch in der Gärtnerei Moldrickx begleitete Willi Zumbrock vermutlich in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Rote Alpenveilchen (Cyclamen) stehen in dem Gewächshaus in voller Blüte. Foto: Zumbrock / Sammlung Stoffers

Er hat oft die Veränderungen in Kinderhaus fotografiert. Aber unter den Bildern des Maurerpoliers und Fotografen Willi Zumbrock , die heute im Archiv des Heimatforschers Henning Stoffers liegen, gibt es auch eine kleine Fotofolge, die erst durch den Wandel in den vergangenen Jahren besondere Aktualität erlangt. Zumbrock erlebte nämlich nicht mehr mit, wie sehr ab 2016 das Ende der Gärtnerei Moldrickx die Ortsmitte prägte. Er starb schon 1987.

Auf seinen vermutlich in den 1960er-Jahren entstandenen Fotos ist die Gärtnerei wortwörtlich ein blühendes Unternehmen. Die Bilder machte Zumbrock wohl bei einem Familienausflug. Zwei Mädchen in adretten Kleidern lernen die Gewächshäuser des Betriebes kennen, dessen zentrale Lage das damals wachsende Kinderhaus immer mitprägte, und die es jetzt nicht mehr gibt. Die gepflegten Außenbereiche des 4,3 Hektar großen Areals an der Westhoffstraße sind auf einem weiteren Bild ebenso zu erkennen wie das zur Gärtnerei gehörende Wohnhaus.

Zumbrocks Bilder zeigen die seit 1914 in Kinderhaus beheimatete Gärtnerei zu einer Zeit, als das Unternehmen von den Brüdern Leo und Hermann Moldrickx geführt wurde.

Im Jahr 1981 gab es den letzten Generationswechsel in der Familie: Hermann Moldrickx jun. übernahm den Betrieb, den er ab 1983 gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Ruth Schneider-Moldrickx führte.

1993 wurden alte Gewächshäuser abgerissen. „Der Parkplatz und das großzügige Geschäft entstanden. Beet- und Balkonpflanzen sowie Weihnachtssterne wurden kultiviert. Es gab immer ein breit gefächertes Angebot für Balkon und Garten“, heißt es in einem Artikel unserer Zeitung anlässlich der Schließung des Betriebes zum 31. Dezember 2016. Die Inhaber entschieden sich schweren Herzens zu diesem Schritt, weil sich für die Fortführung der Gärtnerei kein Nachfolger fand.

Die folgenden Jahre machten Zumbrocks Fotos dann endgültig zu historischen Dokumenten: Die Gärtnerei-Gebäude wurden abgerissen. Lange Zeit bestimmten Erdarbeiten das Bild des ehemaligen Firmenareals. Dann passierte im künftigen „Quartier Moldrickx“ erst mal nichts. Gegenüber vom neuen Geschäftszen­trum in Kinderhaus gibt es auch jetzt immer noch eine Brachfläche.

Aber das soll sich ändern: Bis zum 11. Juli 2019 lag der Bebauungsplan für das Gebiet öffentlich aus. Vorgesehen sind im größten neuen Wohngebiet im Zentrum des Stadtteils rund 250 Wohneinheiten sowie eine Kita und ein Spielplatz. Kinderhaus verändert sich weiter.  

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