Bahnübergang Weseler Straße
„Ein unnötiges Risiko“

Münster-Mecklenbeck -

Örtliche Politiker fordern es schon seit Jahren: Am Bahnübergang in Mecklenbeck soll auch der Fuß- und Radweg mit Schranken gesichert werden. Zumal sich dort schon wieder ein Unfall ereignet hat.

Donnerstag, 11.07.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 11:01 Uhr
Der Bahnübergang Weseler Straße ist für den motorisierten Verkehr bei der Durchfahrt von Zügen mit Halbschranken gesperrt. Der Fuß- und Radweg nebenan (r.) wird jedoch nicht mit Schranken gesichert. Das führte unlängst zu einem Unfall, bei dem eine Frau schwere Verletzungen erlitt. Foto: sch

Es war Dienstag vergangener Woche, als sich am Bahnübergang Weseler Straße ein tragischer Unfall ereignete: Eine 47-jährige Radfahrerin wurde – wie berichtet – von einem Zug erfasst und schwer verletzt. Es war nicht das erste Mal, dass es dort zu einem Unfall kam. Und so verwundert es nicht, dass sich Mecklenbecker Politiker erneut mit Nachdruck für eine bessere Sicherung des Übergangs für Radler und Fußgänger stark machen.

Sowohl seine Partei als auch die Sozialdemokraten hätten sich in den vergangenen Jahren mit Anträgen dafür eingesetzt, den Übergang für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen, sagt CDU-Bezirksvertreter Peter Wolfgarten . Doch das sei von der Deutschen Bahn AG bislang stets abgelehnt worden. Deshalb mache es Sinn, erneut an Stadt und Bahn zu appellieren, dass an der Weseler Straße etwas passiere.

CDU-Bezirksvertreter: Züge kaum zu hören

Seit Jahrzehnten fahren an dem bereits im Jahr 1971 in Betrieb genommenen Bahnübergang bei der Durchfahrt von Zügen der „Baumbergebahn“ Halbschranken herunter, die Autos, Lkw und Motorräder am Passieren hindern. Obendrein blinken rote Warnleuchten auf, und ein Signal ertönt, doch der anliegende Fuß- und Radweg ist nicht gesichert. So kann es passieren, dass Radler oder Fußgänger von einem Zug erfasst werden. Zumal die Bahntrasse nur schlecht einzusehen ist und Züge deshalb erst sehr spät wahrgenommen werden.

Peter Wolfgarten hält es für bedauerlich, dass bislang noch keine Abhilfe geschaffen wurde. Nach dem jüngsten Unfall hat sich der Christdemokrat vor Ort ein Bild von der Situation am Bahnübergang gemacht. Dabei fiel ihm unter anderem auch auf, dass das Geräusch nahender Züge kaum zu hören sei. Insofern könne es vorkommen, dass Fußgänger oder Radler überrascht würden. „An der Notwendigkeit, am Übergang für mehr Sicherheit zu sorgen, hat sich über die Jahre nichts verändert“, unterstreicht Wolfgarten. Bürgerschaft und Politik müssten sich einmal mehr dafür einsetzten, dass endlich etwas geschehe.

Stadt erhielt Absage von der Bahn

Genauso sieht es auch Marianne Koch: „Jetzt reicht‘s. Dort muss Veränderung stattfinden“, sagt Mecklenbecks SPD-Ratsfrau. Obwohl der Bahnübergang seit Langem als problematisch gesehen werde, habe sich dort überhaupt nichts verändert.

Jetzt reicht's. Dort muss Veränderung stattfinden.

Marianne Koch, Ratsfrau aus Mecklenbeck

Schon vor Jahren habe sie dort stets Angst um ihre mittlerweile erwachsenen Kinder gehabt. Sie selbst mache sich auf dem ungesicherten Fuß- und Radweg stets selbst Sorgen, mal einen Zug zu übersehen. Dass es keine Schranken gebe, sei „ein unnötiges Risiko“ – auch mit Blick auf die geplante Veloroute.

Im Hinblick auf eine nachträgliche Ausstattung des Bahnübergangs mit Fußweg- und Radwegschranken hatte das Amt für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung im Jahr 2017 Kontakt zur zuständigen DB Netz AG aufgenommen – und eine Absage erhalten: Dies sei aufgrund eines Umbauverbots für den Bahnübergang, der der Bauform „Lo 57“ entspreche und Bestandsschutz genieße, „leider nicht möglich“, hieß es.

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