Friedensreich-Hundertwasser-Schule
„Echte Alternative zur Gesamtschule“

Münster-Roxel -

Muss aus der Roxeler Sekundarschule möglichst bald eine Gesamtschule werden? Diese Frage steht in der münsterischen Schullandschaft derzeit im Raum. Sekundarschulrektor Reiner von Borzyskowski sieht dafür keine zwingende Notwendigkeit.

Mittwoch, 14.02.2018, 20:02 Uhr

Empfiehlt die Sekundarschule als Alternative zur Gesamtschule:  Reiner von Borzyskowski.
Empfiehlt die Sekundarschule als Alternative zur Gesamtschule:  Reiner von Borzyskowski. Foto: Yavuz Arslan

Die Tatsache, dass die beiden städtischen Gesamtschulen im neuen Unterrichtsjahr weit über 200 Schülerinnen und Schüler abweisen müssen, lässt den Ruf laut werden, auch die Roxeler Friedensreich-Hundertwasser-Sekundarschule möglichst bald in eine Gesamtschule umzuwandeln. Rektor Reiner von Borzyskowski kann derartige Forderungen nachvollziehen. Gleichwohl sieht er dafür keine zwingende Notwendigkeit.

Laut einer aktuellen Mitteilung fordert der münsterische Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft , dass aus der Roxeler Sekundarschule „schnellstmöglich“ eine Gesamtschule wird. Dies sei angesichts der hohen Zahl von Abweisungen und des großen Interesses an dieser Schulform kurzfristig erforderlich. Außerdem wird darauf verwiesen, dass der Roxeler Schulcampus bereits bestens ausgestattet sei.

Letzteres sei in der Tat der Fall, bestätigt Reiner von Borzyskowski: „Wir könnten hier aus dem Stand eine Gesamtschule aufmachen.“ Die vorhandene Infrastruktur sei „super“. Neuinvestitionen müssten im Falle des Falles wohl kaum getätigt werden.

Gleichwohl steht der Leiter der Friedensreich-Hundertwasser-Schule den möglicherweise überhasteten Umwandlungsforderungen nicht uneingeschränkt zustimmend gegenüber. Aus seiner Sicht sei die Tatsache, dass es sich bei der Sekundarschule um die „kleine Schwester der Gesamtschule“ handele, bei vielen Eltern bedauerlicherweise immer noch nicht angekommen. Sie habe die gleichen Lehrpläne. Was fehle, sei allein die Oberstufe, auf die allerdings nach dem zehnten Unterrichtsjahr problemlos auf eine kooperierende weiterführende Schule – beispielsweise eine Gesamtschule – gewechselt werden könne. Ob dies notwendig oder vielleicht eine Berufsausbildung angestrebt werde, zeige sich ohnehin erst im Laufe der schulischen Karriere der jungen Leute und aufgrund ihrer Entwicklung.

„Aus meiner Sicht ist die Sekundarschule eine echte Alternative für alle Schülerinnen und Schüler, die an einer Gesamtschule nicht untergekommen sind“, unterstreicht Reiner von Borzyskowski. Zu wenige Eltern, deren Wunsch es sei, ihre Sprösslinge auf eine integrierte Systemschule zu schicken, befassten sich mit dem eigentlich nur logischen Schritt, dafür auch die Sekundarschule in Erwägung zu ziehen.

Keinen Hehl macht von Borzyskowski daraus, dass er sich auch von Seiten des Schulträgers und der Politik mehr Aufklärung und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für die Roxeler Sekundarschule wünscht. Zumal die vor sechs Jahren mit großen Erwartungen gestartete Schule derzeit nur drei- beziehungsweise vierzügig geführt werden kann.

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Anmeldungen von Schülern für den Besuch der Friedensreich-Hundertwasser-Schule werden bereits in der kommenden Woche (19. bis 23. Februar) entgegengenommen.

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