Kneipenvorlesung des Heimat- und Kulturkreises
Der Abfall von heute ist der Rohstoff von morgen

Münster-Roxel -

Der Chemiker Michael Binnewies bestritt die jüngste Roxeler Kneipenvorlesung: Eindringlich wies der Wissenschaftler dabei darauf hin, dass Recycling in Zukunft immer wichtiger werden wird.

Freitag, 23.02.2018, 19:02 Uhr

„Was wir achtlos wegwerfen – seltene Metalle in Gegenständen des täglichen Bedarfs“: Prof. Dr. Michael Binnewies hatte zur Roxeler Kneipenvorlesung rare Metalle wie Indium und Lithium mitgebracht. Foto: ann

Das Herz des Roxelers Michael Binnewies schlägt ein wenig für unseren Müll. Da ist er nicht allein: Die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) hat sich vor dem Hintergrund knapper werdender Rohstoffe die Erforschung und Entwicklung neuer Recycling- Technologien zum Ziel gesetzt.

Prof. Dr. Michael Binnewies ist nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Hochschuldienst – er war Inhaber des Lehrstuhls für Anorganische Chemie in Freiburg und Hannover – freiberuflich dort tätig. In äußerst unterhaltsamer Weise führte er in der ersten Kneipenvorlesung des Semesters 2018 seine zahlreich erschienenen Studenten in sein Spezialgebiet. Die staunten nicht schlecht, welch wertvolle Bestandteile viele Dinge haben, die achtlos weggeworfen werden.

„Wir müssen seltene Metalle, die zum Beispiel für die Computer und Handy-Produktion gebraucht werden, aus dem Müll heraus retten“, sagte der Dozent. „Das Vorkommen dieser Elemente ist endlich, und in einigen Fällen ist sogar schon genau absehbar, wie lange sie uns noch zur Verfügung stehen. Danach ist Schluss.“

Aber nicht nur die geologische Verfügbarkeit ist limitiert, auch die politischen Unwägbarkeiten in manchen Abbauländern oder das Unternehmensrisiko weniger Gesellschaften können die Gewinnung und Verarbeitung beeinflussen.

Unser Müll lohnt sich bis heute nur in wenigen Bereichen für ein kommerzielles Recycling. Weil der Abfall von heute jedoch der Rohstoff von morgen ist, sei es wichtig, nach umweltfreundlichen innovativen Verfahren zu forschen, die zugleich auch ökonomisch sinnvoll seien, betonte Michael Binnewies.

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