Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“
Initiative weiter kämpferisch

Münster-Roxel -

Roxels Landschaftsschützer kritisieren die Ausbaupläne für den Rasthof Münsterland-Ost. Der Bezirksregierung haben sie eine 55 Seiten starke „Beschwerdeschrift“ eingereicht.

Dienstag, 12.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 11:20 Uhr
Wollen den geplanten Ausbau der Roxeler Autobahnrasthöfe nicht hinnehmen: die Mitglieder der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ um ihre Vorsitzende Theodora Bockem-Rohleder (4.v.r.).

Mit Blick auf die vorgesehene Erweiterung des Autobahnrasthofs Münsterland-Ost geht die Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und dessen Planern hart ins Gericht: „Solche Art von Planung ist eine ungeheuere und sinnlose Verschwendung unserer Steuergelder“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Diese macht bekanntlich seit Jahren vehement gegen die Erweiterung der Roxeler Autobahnraststätten Front.

Wie die Vorsitzende Theodora Bockem-Rohleder darlegt, ist die Bürgerinitiative der Ansicht, dass bei einer Realisierung des Rasthöfe-Projekts die „wichtige Frischluftschneise der Stadt Münster und des Naherholungsgebietes am Aasee“ und mindestens zehn Hektar wertvoller Agrarflächen vernichtet werden. Das sei „unsinnig und verantwortungslos“.

Fristgerecht haben die Landschaftsschützer der Bezirksregierung deshalb eine 55 Seiten starke Einwendungsschrift gegen die Erweiterungs- und Ausbaupläne für den Rasthof Münsterland-Ost eingereicht. Dort soll – wie berichtet – die Zahl der Lkw-Parkplätze von 28 auf 86 und die Zahl der Pkw-Stellplätze von 97 auf 115 aufgestockt und zudem ein fünf Meter hoher Sichtschutzwall errichtet werden.

In ihrer Schrift bringt die Bürgerinitiative deutliche Kritik an den Planungen zum Ausdruck: Lärm und Emissionen seien mangelhaft berechnet worden. Großflächig werde Natur, Landschaft und Ackerfläche vernichtet, heißt es. Zudem würden archäologische Bodendenkmäler im Projektbereich weder gesichert noch archiviert. Darüber hinaus sei eine Beteiligung der Bürger an den Planungen, „wie es europarechtliche Gesetze zwingend vorschreiben“, offensichtlich von vornherein nicht vorgesehen und deshalb auch nicht angewandt worden, bemängeln die Landschaftsschützer.

Ein wichtiger Kritikpunkt der Einwendungsschrift ist laut Mitteilung der Initiative zudem, dass bei der Planung des Erweiterungsprojekts die Fahrtstrecken der Lkw auf dem Rasthof-Areal gar nicht berücksichtigt würden. Jeder Brummi lege dort bis zum Parken und der Rückkehr auf die Autobahn zwischen einem und 1,5 Kilometer zurück.

„Wenn man diese Strecke mit der Anzahl der Lkw multipliziert, erhält man die beeindruckende Zahl von 5000 Kilometern pro Tag, die allein durch parkende Lkw auf dem Parkplatz Münsterland-Ost zurück gelegt werden“, haben Theodora Bockem-Rohleder und ihre Mitstreiter errechnet.

Dadurch entstünden zusätzliche Emissionen und zusätzlicher Lärm. Hinzu komme noch der „bisher unberücksichtigte Lärm durch Bremsen, Abfahrgeräusche, Entlüftung von Bremsen, Türenschlagen, Rangiergeräusche, lautstarke Reparaturen, Kühlaggregate, Klimaanlagen, Heizungen, Geschrei“ und anderem mehr. Darüber hinaus gebe es Emissionen durch Lkw-Kurzparkplätze, Parkplätze für Groß- und Schwertransporter sowie Parkplätze für Busse und Pkw.

Des Weiteren bemängeln die Landschaftsschützer, dass kumulative Lärmberechnungen in den Planungsunterlagen zum Rasthof-Ausbau völlig fehlen sollen. Im Zusammenhang mit dem Erweiterungsprojekt werde gar nicht berücksichtigt, dass es schon jetzt im Umfeld der Roxeler Rasthöfe erhebliche Lärmbelastungen geben: Allein der Dingbängerweg werde täglich von rund 14 000 und der Rohrbusch von etwa 7000 Fahrzeugen befahren.

Auch der Verkehr auf der Autobahn 1 bleibe unberücksichtigt: „Bei diesen Planungen in Roxel hat man das Gefühl, dass an keiner Stelle auch nur versucht wird, Rücksicht auf die Bürger zu nehmen.“

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