Kreuzbundgruppe Roxel
Burkhard Thom: „Ich bin jetzt im 27. Jahr trocken“

Münster-Roxel -

Besuch von einem ehemaligen Alkoholiker, der mittlerweile Bücher über seine Suchterfahrungen schreibt, gab es beim Roxeler Kreuzbund: Autor Burkhard Thom las aus seinen Werken.

Dienstag, 21.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 12:40 Uhr
Dieter Babetzky (l.), Leiter der Kreuzbundgruppe Roxel, hatte Burkhard Thom in das St.-Pantaleon-Pfarrzentrum eingeladen. Der bekam als Geschenk ein Handtuch mit der Aufschrift: „Hauptsache trocken!“ Foto: sn

„Für „völlige Offenheit“ plädierte Burkhard Thom : „Ich habe noch niemanden erlebt, der mich dafür verurteilt hätte, dass ich nicht mehr trinke.“ Die Kreuzbundgruppe Münster hatte Thom ins St.-Pantaleon-Pfarrzentrum eingeladen. Er ist Betroffener, und er ist Experte. Er weiß ganz genau, wovon er spricht: „Ich bin jetzt im 27. Jahr trocken.“

Der Kreuzbund ist ein Selbsthilfeverband für Alkoholkranke und deren Angehörige. Sechs Gruppen gibt es derzeit in Münster. Dieter Babetzky, Leiter des Kreuzbunds in Roxel, hatte den Kontakt zu Thom per Internet hergestellt. Der Autor mehrerer Erfahrungsbücher über die Alkoholsucht ist gefragter Referent. Er tritt in Fachkliniken, auf Tagungen und vor Selbsthilfegruppen auf. Schnell wurde seine Lesung in Roxel zu einem Gespräch mit den Zuhörern über seine eigenen Erfahrungen mit der Sucht.

27 Jahre gilt für ihn schon die Devise „Null Alkohol! Null Risiko! Null Versuchungen nachgeben!“ Im Restaurant bestellt Thom als erstes den Kellner zu sich, spricht von seiner Erkrankung und sagt, dass er keinen Alkohol im Essen möchte. Er fordert eine Kennzeichnungspflicht, wie es sie ja für Allergene auch gebe.

Verwundert waren die Zuhörer, als Thom erzählte, worin Spuren von Alkohol enthalten sind: In Hustenpastillen etwa, sogar in manchen Speiseeissorten, und auch bei eingelegten Gurken gelte: „Es gibt keinen Essig, der ohne Alkohol hergestellt werden könnte.“

Jedem Betroffenen rät Thom, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. „Ihr seid nicht allein!“. Das gelte auch für Angehörige von Alkoholkranken, die oft vergessen würden.

Jeden Montag trifft sich die Roxeler Kreuzbund-Gruppe im St.-Pantaleon-Pfarrzentrum ab 19.30 Uhr. Mit Neu-Teilnehmern setzt man sich zuvor in kleiner Runde zusammen, um deren Erwartungen besprechen zu können.  

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