Harley-Davidson-Club Monastria
Das älteste Mitglied ist 80 Jahre jung

Münster-Roxel -

Freunde und Besitzer des amerikanischen Kultmotorrads Harley Davidson treffen sich zweimal im Monat in Roxel. Wer dabei mit von der Partie sein will, ist stets willkommen.

Donnerstag, 12.09.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 18:16 Uhr
Der 1. Harley-Davidson-Club Monasteria rund um den Vorsitzenden Theo Schulte-Sienbeck (hinten,r.) frönt dem Mythos der amerikanischen Kult-Maschine. Auch die 80-jährige Erika Wolf (4.v.l.) ist aktives Mitglied im Club, der sich alle 14 Tage in Roxel trifft. Foto: sn

Erika Wolf ist 80 Jahre alt und hat eine Leidenschaft: Sie fährt für ihr Leben gerne mit ihrer Harley Davidson durch die Gegend. Und das seit 20 Jahren. Früher, da habe sie sich die Maschine von ihrem Sohn geliehen, erzählt sie, dann habe sie sich selbst eine zugelegt. Sie und viele andere Harley-Davidson-Fans treffen sich zweimal im Monat in Roxel. In der Gaststätte Kortmann wird geklönt, und die nächsten Ausfahrten werden geplant.

Der 1. Harley-Davidson-Club Monasteria kommt hier jeden ersten und dritten Dienstag zusammen, ab 19 Uhr geht es los. „Seit 1997 gibt es den Club schon“, erzählt der erste Vorsitzende Theo Schulte-Sienbeck . Damals hatten einige Harley-Enthusiasten die Idee, einen Verein zu gründen, um sich auszutauschen und dem Kult zu frönen. Sie besorgten sich Adressen von Motorrad-Interessierten bei einem Harley-Davidson-Händler und schrieben sie einfach an. Die Resonanz war da. Die ersten Treffen fanden in der Gaststätte Stapelskotten statt, dann zog es die Teilnehmer mal nach Hiltrup, mal nach Nienberge. Mittlerweile ist die Roxeler Gaststätte Kortmann festes Ziel der Mitglieder.

24 sind es derzeit, und jeder hat so seine eigene Geschichte, wie er zum US-amerikanischen Kult-Motorrad kam. Die Harley sei einfach ein Mythos, sagt einer. „Das war ein Jugendtraum von mir“, meint Franz-Josef Beckjürgen, der zweite Vorsitzende des Vereins: „Ich habe mir gesagt: Irgendwann in deinem Leben fährst du eine Harley!“ Mit 58 war es dann soweit: Er kaufte sich sein Traum-Gefährt und düste damit fortan durch die Gegend. Viele erfüllen sich ihren ganz persönlichen Lebenstraum erst in späteren Jahren. So wie Erika Wolf.

„Wenn mein Sohn sonntags schlief, bin ich in die Garage geschlichen und habe mir die Harley Davidson ausgeliehen“, sagt sie. Dann „cruiste“ sie damit durch die Straßen. Bis sie sich schließlich selbst eine Maschine kaufte. Niemand, der sie sieht, nimmt ihr ab, dass sie schon 80 ist. „Ich habe ja einen Motorradhelm auf“, sagt sie lachend. Und selbst, wenn sie ihn abnehme, würde es keiner glauben.

Sie und die anderen Mitglieder des Vereins sprechen über neuste Entwicklungen in der Harley-Szene. Sie planen aber auch gemeinsame Ausfahrten. In den Niederlanden waren sie oft, nach Norwegen ging es schon oder nach Österreich und Griechenland. An Gesprächsstoff fehlt es nicht bei den regelmäßigen Treffen im Hause Kortmann nicht. Diesmal waren etwa der jüngst verstorbene Peter Fonda und der Kultfilm „Easy Rider“ das Thema. Natürlich ging es auch um die markanten Motorräder im Streifen. „Die hatten keine Vorderradbremse“, erkannte Schulte Sienbeck. Es waren wohl, so vermuteten die Teilnehmer, typische Film-Motorräder. „Durch die weiten Landschaften der USA kann man damit fahren, aber hier wohl eher nicht“, sagt einer.

Und doch: Alle sind fasziniert vom Film und von den Harleys, die Fonda und Dennis Hopper exzessiv durch die Staaten kutschieren. Auch auf der Homepage des Vereins erklingen die Titelmelodie „Born to be wild“ und das markante Motorengeräusch.

Wie lange werden die Mitglieder noch fahren? „Solange, bis es keine Motorräder mehr gibt“, sagt Theo Schulte-Sienbeck. Der Mythos geht weiter, für alle. Neue Mitglieder sind willkommen, sie müssen nicht unbedingt selbst eine Harley besitzen, so Schulte-Sienbeck.

 

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