Die Geschichte des Sprakeler Bahnhofs
Seit 1858 halten Züge in Sprakel

Münster-Sprakel -

Die Eisenbahnlinie von Münster nach Rheine wurde 1856 eingeweiht. Schon 1858 wurde an dieser Strecke die Haltestelle in Sprakel eingerichtet.

Mittwoch, 16.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 12:29 Uhr
Das alte Sprakeler Bahnhofsgebäude wurde 1982 abgerissen. Foto: privat

„Einmal Eisenbahner, immer Eisenbahner!“, meinte Manfred Teigelkamp , der am Mittwoch bei der Sprakeler Seniorengemeinschaft „Gemeinsam nicht einsam“ zu Gast war. Teigelkamp war Fahrdienstleiter am alten Bahnhof Sprakel. „1961 habe ich als Jungwerker angefangen“, erzählte er: „Mit 14 Jahren.“

Die Männerrunde von „Gemeinsam nicht einsam“ ist auch für Frauen geöffnet; auch sie ließen sich den Vortrag des ehemaligen Bahnhofsvorstehers nicht entgehen. Unterstützung bekam Teigelkamp durch seine ehemaligen Kollegen Hans Schmitz und Heinz Schröder, die auch aus dem Nähkästchen plauderten.

Zunächst gab es einen Blick ins 19. Jahrhundert. Die Eisenbahnlinie von Münster nach Rheine sei 1856 eingeweiht worden, erläuterte Teigelkamp. Schon 1858 wurde an dieser Strecke die Haltestelle in Sprakel eingerichtet. Auch viele Firmen hätten sich angesiedelt, weil es einen Bahnhof gegeben habe. Später kamen noch etliche Eisenbahnwohnungen hinzu. Viele Landwirte hatten zudem im Nebenberuf eine Tätigkeit bei der Bahn.

Der Sprakeler Bahnhof wuchs: 1895 wurde die Güterhalle errichtet. 1908 wurde das zweite Gleis gebaut, 1912 ist das Dienstgebäude entstanden.

1925 habe die Eilzug-Ära begonnen, erklärte Teigelkamp. Bis weit in die 1950er-Jahre hinein sei die Technik rein mechanisch gewesen. Die Elektrifizierung, die auch Stellwerke und Weichen betraf, fiel in die Dienstzeit von Manfred Teigelkamp. Es war eine Zeitenwende.

„Früher war die Bahn pünktlich“, meinte ein Gast. Der Beweis: Die Heringe, die der Opa in Norddeutschland bestellt hatte, kamen immer zur rechten Zeit. Viele Anekdoten gibt es. So wusste ein Kollege von Teigelkamp den gesamten Fahrplan auswendig, scheinbar von ganz Deutschland: Gab es Fragen von einem Kunden, auch über weit entfernte Streckenverbindungen, so kam die Antwort prompt – ohne einen Blick ins Kursbuch. Auch einzelne Fahrgäste blieben in Erinnerung.

Der 27. April 1981 war ein markantes Datum. „Da habe ich die letzte Frühschicht gemacht“, sagte Manfred Teigelkamp: „Die Ära des Bahnhofs Sprakel war beendet.“

Erst wurde das Bahnhofsgebäude verriegelt, dann abgerissen. Erinnerungsstücke wie das alte Bahnhofsschild oder einen Fahrkartenlocher hat Manfred Teigelkamp dem Heimatverein Sandrup-Coerde-Sprakel geschenkt.

Einen Bahnhaltepunkt hat Sprakel noch immer, doch die alte Zeit, die ist vorbei. Die Erinnerungen bleiben.

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