Geplante Tankstelle an der Hiltruper Straße
Anwohner-Kritik: „Verkehr würde sich verdoppeln“

Münster-Wolbeck -

An der Hiltruper Straße will sich ein Bau- und Gartenmarkt mit Tankstelle, Waschhalle und Waschboxen ansiedeln. Die Anwohner laufen Sturm gegen die notwendigen Änderungen des Bebauungsplans – sie ließen eigene Gutachten erstellen.

Samstag, 22.09.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 23.09.2018, 19:22 Uhr
Auf diesem Acker am Wolbecker Ortseingang soll ein neuer Raiffeisen-Markt mit Tankstelle errichtet werden. Mit diesen Plänen sind die Anwohner alles andere als einverstanden. Foto: mlü

Rund 15 Familien haben sich zusammen geschlossen und eine gemeinsame Einwendung gegen das Projekt eingereicht. Das Papier umfasst 22 Seiten. Mehrfach werden darin der Stadtverwaltung schwere handwerkliche Fehler vorgeworfen. Die wichtigsten Kritikpunkte betreffen den Naturschutz und Verkehr.

Genau wie der Naturschutzbund (Nabu) sind auch die Anwohner der Ansicht, dass die Artenschutzrechtliche Prüfung fehlerhaft durchgeführt wurde. Der beauftragte Gutachter der Stadt Münster sei lediglich zwei Mal im Oktober vor Ort gewesen. Zu diesem Zeitpunkt gehen Fledermäuse bereits in ihre Winterquartiere. „Notwendig wären sechs bis zehn Begehungen gewesen“, sagt die Anwohnerin Susanne Gerritzen und beruft sich dabei auf eine Marburger Fachagentur für Umwelt- und Landschaftsplanung.

Rund 1000 Fahrzeuge sind jeden Tag auf der Hiltruper Straße unterwegs. So steht es in einem Verkehrsgutachten, das von der Stadt Münster in Auftrag gegeben wurde. „Unser Gutachter hat wesentlich niedrigere Zahlen ermittelt“, so Anwohner Norbert Pepl. Dieser Unterschied in der Bewertung des Ist-Zustandes macht sich in der Zukunfts-Prognose bemerkbar. Das Gutachten der Anwohner sagt entsprechend eine Verkehrssteigerung von 91,7 Prozent voraus.

„Der Verkehr würde sich also verdoppeln“, streicht Gerritzen heraus. Im schlimmsten Fall würden die Autofahrer nach dem Tanken oder Waschen durch den Ortskern fahren, anstatt wieder auf die Wolbecker Ortsumgehung zurückzukehren.

Folgen hat das alles für den Lärmschutz: „Im neuen Bebauungsplan wird von einem anliegenden Mischgebiet ausgegangen. Das ist falsch“, betont Susanne Gerritzen. Die benachbarten Häuser und Straßenzüge seien jedoch planungsrechtlich schon immer reine Wohngebiete gewesen. Entsprechend gelte ein strengerer Schallschutz. Der Gutachter der Anwohner kommt zu dem Schluss, dass bei einem 24-Stunden-Betrieb der geplanten Tankstelle die zulässigen Richtwerte „deutlich überschritten“ würden.

Eine Mehrheit der Bezirksvertretung Südost und des Rates der Stadt Münster hatte im Sommer diesen Jahres für das Projekt gestimmt. Die Politik erhofft sich von einer zweiten Tankstelle in Wolbeck eine Entlastung des Ortskerns und sinkende Benzinpreise.

Droht nun im Süden Wolbecks ein ähnliches Debakel wie im Norden an der Eschstraße? Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verkehrsprojekt im Norden gestoppt, nachdem Anwohner gegen die Planungen geklagt hatten.

Die Anwohner des Sandbaches sind jedenfalls der Meinung, dass an dieser Stelle keine Tankstelle realisiert werden könne. „So etwas passt hier überhaupt nicht hin.“

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