Hoffnung für Altes Gasthaus Lasthaus
Jetzt kein Warten mehr

Münster-Wolbeck -

Woran niemand mehr so recht glauben wollte, ist jetzt geschehen: Mit den Brüdern Dietmar und Gerald Plenter hat das denkmalgeschützte „Alte Gasthaus Lasthaus“ an der Münsterstraße Eigentümer gefunden, die wohl in absehbarer Zeit dem in hohem Grade sanierungsbedürftigen Zustand des ehemals schmucken Fachwerkhaus ein Ende bereiten werden.

Freitag, 11.01.2019, 23:00 Uhr
Gibt es bald ein erblühtes Altes Gasthaus Lasthaus? Die neuen Eigentümer wollen jedenfalls nicht mit ihren Planungen bis zu einer Verbesserung der Verkehrssituation warten. Foto: na

Seit über 20 Jahren hat die ehemalige Traditionsgaststätte keinen Gast mehr gesehen. Absoluter Leerstand und der wenig erbauliche und dem Ortsbild wenig zuträgliche Anblick verschlimmerte sich immer mehr. Die Besitzer wechselten häufig, die Immobilienmakler auch. Aber es geschah nichts, mit der häufig wiederkehrenden Begründung, dass man erst eine Verbesserung der Verkehrssituation und die damit verbundene Fertigstellung der Umgehungsstraße abwarten wolle. Und das werden die neuen Eigentümer nicht. „Wir orientieren uns an den jetzigen verkehrlichen Gegebenheiten“, erklärte Dietmar Plenter auf Anfrage unserer Zeitung.

2005 wurde der gesamte Gebäudekomplex, der neben der Gaststätte noch über zwei Wohnungen und ein angebautes Nebengebäude verfügt, von Thomas Schonnebeck und einem Partner bei einer Zwangsversteigerung erworben. Favorisiert hatten die neuen Eigentümer damals die Wiederaufnahme einer gastronomischen Nutzung. Die Wohnungen wurden renoviert, von denen heute noch eine bewohnt ist. 2007 wurde die Kegelbahn abgebrochen. Das Nebengebäude hatte nach wie vor die Tanzschule Girke gemietet. 2011 hatte sich in der alten Gastwirtschaft, in der noch ein altes Herdfeuer erhalten ist, aber nichts verändert, die Fensterscheiben waren weiter blind, der Putz bröckelte weiter. Schonnebeck erklärte damals, dass er keine Probleme hätte, solange zu warten bis eine bessere Verkehrssituation in Wolbeck herrsche. Also bis die Umgehungsstraße gebaut und der Ortskern, wie auch immer, attraktiver gestaltet sei. So lange wollte Schonnebeck dann aber doch nicht warten.

Die Besitzer und Immobilienfirmen wechselten nun relativ kurzfristig, diverse Immobilienmakler hefteten ihr Firmenschild an die Fensterscheiben.

Vor zwei Jahren war es dann die Immobilienfirma Engel&Völkers, die vom damaligen Eigentümer den Auftrag angenommen hatte, den Gebäudekomplex zu verkaufen. Geradezu schwärmerisch waren damals die Worte des Maklers Michael Görtz, der viele Entwicklungsmöglichkeiten speziell in der alten Gaststube sah. Aber es waren auch hier sicher nicht nur die denkmalgeschützten Auflagen, die in allen Fällen einen Verkauf nicht erleichtert haben dürften, denn Görtz betonte, dass es sicher nicht zu bestreiten sei, dass die derzeitige Verkehrssituation und die Enge der Bürgersteige in Wolbeck sehr abträglich seien.

Zu den Interessenten gehörte vor zwei Jahren auch Dieter Alke vom Bürgerforum, der sich eine Möglichkeit erhofft hatte, hier seine Pläne für ein dringend benötigtes Bürgerhaus verwirklichen zu können. Doch die Hoffnung zerschlug sich schnell. „Die Sache ist einfach viel zu teuer, übersteigt unsere Kapazitäten bei weitem“, erklärte Alke, der sicher bei der ganzen Aktion im Blick hatte, dass sich nach so vielen Jahren vielen Jahren endlich eine Verschönerung des Ortsbildes zu erreichen sei.

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