Landwirtschaft
Dürrehilfe: Bauern im Münsterland verzichten zumeist auf Hilfsgelder

Münster/Bonn -

Die Politik will den Landwirten im Münsterland helfen, die größten Dürreschäden auszugleichen. Doch die Hürden dürften für viele zu hoch sein.

Dienstag, 16.10.2018, 12:51 Uhr aktualisiert: 16.10.2018, 16:33 Uhr
(Symbolbild) Foto: dpa

Die angekündigte und vielerorts dringend benötigte Dürrehilfe könnte sich für viele landwirtschaftliche Betriebe zum Flop entwickeln. Nach Informationen unserer Zeitung sind die rechtlich-formalen Kriterien für die Auszahlung der Zuschüsse für viele Bauern und ihre Familien zu hoch.

Der Bund und 14 Länder hatten sich vor vier Wochen auf ein Hilfsprogramm für landwirtschaftliche Betriebe geeinigt, die durch die Dürre und Trockenheit der vergangenen Monate einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden erlitten hatten. Der Bund stellt dafür 170 Millionen Euro zur Verfügung, die Länder ebenfalls 170 Millionen.

Kriterien für eine Auszahlung 

Für die Abwicklung in NRW ist die Landwirtschaftskammer zuständig. Das Landwirtschaftsministerium hatte zuletzt sechs Kriterien für eine Auszahlung der Hilfsgelder festgelegt. Dazu zählt der Nachweis eines wirtschaftlichen Schadens von mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung aus der Bodenproduktion.

Als weiteres Kriterium gelten neben dem Ertragsrückgang und den wirtschaftlichen Einbußen eine jährliche Einkommensobergrenze von 120.000 Euro bei Ehe- und Lebenspartnern beziehungsweise 90.000 bei Ledigen. Zu dieser Einkommensobergrenze (gerechnet aus dem Durchschnitt der letzten drei Jahre) zählen auch außerlandwirtschaftliche Einkommen. Auch das private Vermögen darf eine gewissen Grenze nicht übersteigen.

Erste Hilfsgelder im Frühling 2019

„Trotz der erlittenen Einbußen wird es für viele Landwirte schwer, diese Voraussetzungen zu erfüllen“, sagt Hans-Heinrich Berghorn, Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Er rechnet damit, dass einige Betriebe den bürokratischen Aufwand scheuen könnten. In Nordrhein-Westfalen sind vor allem Milchbauern und Ökobetriebe von der Dürre betroffen – durch steigende Preise für Futtermittel. „Viele werden überlegen, ob sie ihren Tierbestand reduzieren, weil das Futter einfach fehlt oder zu teuer ist.“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte bei der Verabredung des Hilfsprogramms einen sorgsamen Umgang mit Steuergeldern angemahnt. Die ersten Gelder könnten in NRW wohl im Frühling 2019 ausgezahlt werden.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6126299?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
Münster-Software forscht im Hafen
An einem Containerterminal des Container-Terminals in Bremerhaven werden die beschädigten Container der havarierten „MSC Zoe“ entladen.
Nachrichten-Ticker