Strom wird für viele teurer
Vor allem kleine Energieversorger drehen an der Preisschraube

Essen/Münster -

Für viele Haushalte in Deutschland wird der Strom im neuen Jahr deutlich teurer. Um durchschnittlich vier bis fünf Prozent steigen die Preise zahlreicher Anbieter in der Grundversorgung. 

Montag, 19.11.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 19.11.2018, 10:38 Uhr
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Auch die Spezialtarife der meisten Anbieter verteuern sich in ähnlicher Größenordnung. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt dann nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox rund 55 Euro mehr im Jahr – und dass, obwohl die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) zum ersten Januar um 5,7 Prozent sinkt. Die Versorger begründen die Preiserhöhungen mit gestiegenen Einkaufspreisen für den Strom. In diesem Jahr blieb der durchschnittliche Strompreis laut Bundesnetzagentur weitgehend unverändert.

Auch im Münsterland drehen die meisten Stadtwerke und regionalen Stromanbieter an der Preisschraube. Bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden jährlich werden monatlich meist drei bis vier Euro zusätzlich fällig.

Preiserhöhungen bei 160 Stromversorgern

Kurz vor Ende der Ankündigungsfrist für mögliche Preiserhöhungen an diesem Dienstag – sechs Wochen vor dem Jahreswechsel – verzeichnete Verivox bundesweit 218 Versorger mit Preiserhöhungen im Dezember und zum 1. Januar. Ähnlich sieht das Portal Check24 die Situation: 160 regionale Stromversorger hätten ihre Preise bereits erhöht oder Erhöhungen angekündigt. „Erfahrungsgemäß kommen in den nächsten Wochen noch weitere Versorger dazu“, sagte der für Energie zuständige Check24-Geschäftsführer Oliver Bohr.

Bei den beiden größten deutschen Stromversorgern Eon und der RWE-Tochter Innogy bleibt der Strompreis zum Jahreswechsel allerdings stabil, sagten Sprecher beider Unternehmen. Viele Innogy-Kunden gibt es auch in einigen kleineren Münsterland-Gemeinden. Wie lange die großen Anbieter die Preise nicht anheben, ist noch nicht entschieden. „Wir beobachten die Entwicklung“, sagte ein Eon-Sprecher. Zusammen haben die Konzerne rund zehn Millionen Strom- und Gaskunden in Deutschland.

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