Europawahl im Münsterland
Ein „Dämpfer“ und drei Lichtblicke

Münster/Lotte -

Die farbigen Säulen in den Ergebnissen aller Münsterlandkreise haben eines gemeinsam: In allen sind die schwarzen die längsten. Und die zweitlängsten sind überall: grün. Das Rot der SPD hat nur noch Kraft für dritte Plätze. In Münster haben die Grünen sogar die CDU deutlich überholt.  Trotz eines „Dämpfers“ für die Union hat Markus Pieper mindestens drei Gründe zur Freude. 

Montag, 27.05.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 09:47 Uhr
Fleißige Helfer bei der Stimmenzählung im Kreis Warendorf. Foto: Klaus Meyer

Der bundesweite Trend ist also auch im Münsterland unübersehbar. Weitere Besonderheiten: In Heek holt die CDU 55,85 Prozent, in Altenberge die AfD nur 3,41, in Ostbevern die SPD nur 12,01 Prozent.

Trotz eines „Dämpfers“ für die Union hat Markus Pieper mindestens drei Gründe zur Freude. Der ganz persönliche: Der CDU-Europaabgeordnete aus Lotte ist sicher wiedergewählt. Der zweite: Es gebe einen „klaren Auftrag“ für den europäischen EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber. Und: „Der Wahlgewinner in Deutschland ist Europa“, sagt Pieper. Er verweist auf die erfreulich hohe Wahlbeteiligung und das mäßige Abschneiden von AfD und Linken. Insbesondere die AfD habe schwächer abgeschnitten als er befürchtet habe.

Ja, räumt Pieper ein, die Wahl sei ein „holpriger Start“ für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, für „AKK & Co.“. Aber da sei ja auch der Wahlerfolg in Bremen, wo die CDU stärkste Kraft in einer SPD-Hochburg geworden ist. Und: „Wir haben Lehren gezogen, klare Hausaufgaben bekommen“, sagt Pieper.

Ursachenforschung

Was waren die Fehler? Die Union habe die Jugend schlecht erreicht. „Wir haben insbesondere in der Kommunikation mit der Jugend Fehler gemacht“, räumt Pieper ein. „Dabei sind wir bei Klima, Umwelt, Plastik viel besser als man uns zutraut“, sagt Pieper. Also hatte das Video des Youtubers Rezo Folgen, gab es also einen Rezo-Effekt? „Nein“, wehrt Pieper ab, „vor vier Wochen waren die Umfragen auch nicht anders.“

Pieper Portrait

Markus Pieper: „Der Wahlgewinner in Deutschland ist Europa.“ Foto: CDU

Zu wenig Stimmzettel in Telgte

Wegen der hohen Wahlbeteiligung hat es in Telgte zu wenig  Stimmzettel gegeben. Das hat Lutz Geuer aus dem Büro des Landeswahlleiters am späten Sonntagabend bestätigt. Nach Informationen unserer Zeitung mussten dort mehrere Personen ein Wahllokal unverrichteter Dinge wieder verlassen, weil es an Stimmzetteln fehlte.

Nun wird sich der  Bundeswahlleiter damit beschäftigen. Tendenziell sei aber eher davon auszugehen, dass das keinen Einfluss auf das Endergebnis haben werde. 

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Dennoch: Die Union sei mit Abstand die stärkste Partei geworden. Die EVP werde die stärkste Fraktion des Europaparlament. „Wenn wir die Menschen nicht veräppeln wollen“, müsse Weber nun als erfolgreichster europäischer Spitzenkandidat Vorrang bei der Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben, fordert Pieper. Zuletzt hatten sich einige EU-Staats- und Regierungschefs gegen einen solchen „Automatismus“ bei der Juncker-Nachfolge gewandt.

Steinfurterin geht nach Spelle

Die Kreisstadt Steinfurt muss sich eine oder einen neuen Ersten Beigeordneten suchen. Die bisherige Dezernentin Maria Lindemann wurde erwartungsgemäß am Sonntag mit deutlichem Vorsprung zur Bürgermeisterin von Spelle gewählt. Die 50-Jährige kehrt damit zurück in ihre Heimatgemeinde.

Sie ging für die CDU ins Rennen, wurde aber auch von der SPD und anderen Gruppen unterstützt. Lindemann kam auf 67,7 Prozent, ihr Gegenkandidat, der Unabhängige Peter Vos, erhielt 32,4 Prozent der Stimmen. Die neue Bürgermeisterin wird zum 1. November ihr Amt antreten. 

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