Vor dem Glashaus
Platanen ausgebuddelt: Verdammt schwer, der Lump

Gronau -

Ein Minibagger, ein kleiner Radlader und ein Spaten – die wichtigsten Utensilien, die Nico Assing und seine Mannen an diesem Tag mit im Gepäck haben. Der Gronauer Garten- und Landschaftsbauer ist am Glashaus angerückt, „um 17 der insgesamt 26 Platanen im Auftrag eines Kunden auszubuddeln“.

Mittwoch, 14.02.2018, 10:02 Uhr

Viel Kraft ist beim Ausbuddeln der Platanen vor dem Glashaus gefragt. Landschaftsgärtner Nico Assing hat deshalb neben seinem Team auch professionelles Gerät mitgebracht, um die Gehölze im Kundenauftrag zu versetzen.
Viel Kraft ist beim Ausbuddeln der Platanen vor dem Glashaus gefragt. Landschaftsgärtner Nico Assing hat deshalb neben seinem Team auch professionelles Gerät mitgebracht, um die Gehölze im Kundenauftrag zu versetzen. Foto: Susanne Menzel

Die Stadt Gronau hatte die Gehölze nach langer Diskussion über deren Erhalt gegen eine freiwillige Spende zum Selbstausbuddeln und -abholen angeboten. Die Verwaltung war daraufhin von der „großen Interessenten-Zahl, die sich gemeldet hat, wahrhaft überrascht worden“, so Pressesprecher Raimund Weber seinerzeit.

Nun konnten die ersten neuen Baumbesitzer anrücken. „Wir sind hier seit Rosenmontag am Werk“, erzählt Nico Assing . Arbeiten statt Karneval feiern. „Für uns kein Problem“, meint der Unternehmer. Allerdings erfordert der Einsatz trotz maschineller Unterstützung einiges an Muskelkraft. „Um die zwei Stunden brauchen wir schon für einen Baum“, schätzt Assing. „Die Wurzeln sind recht fest im Boden verankert.“ Damit die Bäume bei stärkeren Winden oder bei Sturm nicht in Schieflage geraten, waren seinerzeit sogenannte Kippanker in den Boden eingebracht worden, darüber hatten die Fachleute Gurte gespannt. Dann wurden die Platanen mit verschiedenen Bodenschichten bedeckt.

Die Verpflanzungsaktion sah zunächst den Rückschnitt der Bäume vor. Auch die Wurzeln wurden ein wenig gekappt. „Die Gehölze halten den Ballen auf den ersten Blick sehr schön, auch die Feinwurzeln sind gut ausgeprägt“, so der abschätzende Blick des Experten. Er wird die 17 Bäume, die mit Jutetuch und Drahtgeflecht sorgfältig eingepackt wurden, zunächst auf seinem Firmengelände unterbringen. „Wir werden sie dort in Erde setzen, damit sie nicht vertrocknen.“ Im Frühjahr, „vielleicht aber auch erst im Herbst“, sollen sie dann an ihren endgültigen Standort verbracht werden. „Natürlich kann niemand die Garantie geben, dass die Platanen dann auch wieder anwachsen“, ist Nico Assing vorsichtig – und wirft einen Blick auf seinen Mitarbeiter, der mit dem Radlader verzweifelt versucht, den freigelegten Wurzelballen samt Stamm aus dem Erdloch zu bewegen: „Verdammt schwer, der Lump“, murmelt der Mann auf dem Radlader – und gibt noch einmal sein Bestes. Kurzfristig drehen die Räder durch, gefühlvoll gibt der Garten- und Landschaftsbauer noch einmal Gas. Geschafft! „Diese Platanen verbleiben auf jeden Fall in Gronau“, verrät Nico Assing noch schnell, bevor sich der Trupp an dem nächsten Gehölz zu schaffen macht.

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