Prozess um toten Säugling
Zu viel Kraft beim Spielen

Gronau/Münster -

Ein 25-jähriger Gronauer, der seinen zweieinhalb Monate alten Sohn im Sommer so schwer geschüttelt haben soll, dass das Kind an Hirnverletzungen starb, hat am Dienstag vor dem Landgericht zugegeben, dass er den Jungen tatsächlich „beim Spielen“ mit „zu viel Kraft“ bewegt habe.

Dienstag, 18.12.2018, 17:03 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 17:53 Uhr
Das Landgericht in Münster. Foto: dpa

Ein 25-jährige Gronauer, der seinen zweieinhalb Monate alten Sohn im Sommer so schwer geschüttelt haben soll, dass das Kind an Hirnverletzungen starb, hat am Dienstag vor dem Landgericht zugegeben, dass er den Jungen tatsächlich „beim Spielen“ mit „zu viel Kraft“ bewegt habe. Und damit auch dessen Kopf.

Das Kind war erst in einem Krankenhaus in Enschede und dann in einer Spezialklinik in Groningen behandelt worden. Doch der Junge starb am 26. Juni nach massiver Hirnblutung und Hirnschwellung an zentralem Herz- und Kreislaufversagen.

Keine psychischen Auffälligkeiten

Drei Tage später wurde der Vater in Untersuchungshaft genommen. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Die deutschen Behörden hatten vom Groninger Hospital einen Hinweis bekommen, dass Gewalt Ursache für die Verletzungen sein könnte.

Der Vater räumte auch ein, dass er bei einer Vernehmung durch die Polizei nach dem Vorfall die Wahrheit gesagt habe. „Dann kam ich auf die doofe Idee, ihn zu schütteln“, hatte er damals ausgesagt. Vor Gericht bestritt er später, dass er den Jungen so bewegt habe.

Eine psychologische Sachverständige schilderte am Dienstag, bei dem 25-Jährigen keine psychischen Auffälligkeiten festgestellt zu haben. Von Wut auf das Kind oder Ablehnung des Kindes war im Verfahren bisher keine Rede.  

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