Gerichtsprozess in Almelo
Mordanschlag geplant?

Almelo/Enschede -

Drogenhändler aus Enschede haben offenbar geplant, Mitglieder des Motorradclubs Satudarah zu ermorden. Das wirft ihnen zumindest die Staatsanwaltschaft vor. Drei Männer stehen wegen dieser Vorwürfe derzeit vorm Gericht in Almelo, berichtet der Twentsche Courant Tubantia.

Mittwoch, 16.01.2019, 10:07 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 07:52 Uhr
Symbolbild Foto: dpa

Laut Staatsanwaltschaft stellt sich der Hintergrund folgendermaßen dar: Die drei Männer hatten ein Gebäude an der Vlierstraat in Enschede für ihren Drogenverkauf genutzt. Das flog auf, die Polizei versiegelte das Gebäude. Die Angeklagten waren laut Staatsanwaltschaft der Ansicht, dass Mitglieder von Satudarah sie verpfiffen hätten und planten Rache.

Einer der drei Angeklagten ist der 23-jährige Michel W. Er wird verdächtigt, als Vergeltung den Mordanschlag vorbereitet zu haben. Für das Attentat sollen Granaten bei einem Händler in Deutschland bestellt worden sein. Geliefert wurden sie jedoch nicht.

Die Polizei hat bei W. einen Zettel mit beliebten Treffpunkten von Satudarah-Mitgliedern gefunden, darunter ein Imbiss, auf den das Attentat ausgeführt werden sollte.

W.‘s Verteidiger wies die Vorwürfe zurück. Die Handschrift auf dem Zettel sei nicht die seines Klienten. Ansonsten lägen keine Indizien oder Beweise gegen W. vor. Die Anklage der Staatsanwaltschaft sei daher nicht aufrechtzuerhalten.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Ihr zufolge wurden Berichte abgefangen, in denen Anschlagspläne angedeutet wurden.

Die Verdächtigungen der Drogendealer, dass Satudarah-Mitglieder sie verraten haben, laufen im Übrigen ins Leere. Vielmehr kam die Polizei den Dealern auf die Spur, nachdem sie die Verschlüsselung ihrer Smartphones geknackt hatte (die WN berichteten). Am 20. Oktober 2018 wurde daraufhin das Gebäude an der Vlier­straat durchsucht, wo auch Michel W. wohnte. Die Lieferung einer großen Menge an Drogen ins Ausland stand offenbar unmittelbar bevor. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten gut 2,7 Kilo Amphetamin, 1,5 Kilo Ecstasy, gut 120 Gramm Heroin, 500 Gramm Kokain sowie über 5000 LSD-Streifen.

Neben Michel W. sind ein 43-Jähriger und ein 31-Jähriger ebenfalls angeklagt. Alle drei bleiben in Untersuchungshaft. Zwei weitere Verdächtige sind auf der Flucht. Nach ihnen wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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