Verdächtiger wollte AK 47 kaufen
Waffensuche vor dem Vierfachmord in Enschede

Enschede -

Vor dem vierfachen Mord in einem Gebäude an der Enscheder Leeuwenhoekstraat hat einer der Verdächtigen offenbar versucht, eine Schnellfeuerwaffe zu kaufen. Das wurde am Dienstag bei einer Verhandlung gegen die mutmaßlichen Waffenlieferanten vor dem Gericht in Almelo deutlich.

Dienstag, 12.03.2019, 15:49 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 16:26 Uhr
In den Räumen dieses Hauses an der Van Leeuwenhoekstraat wurden am 13. November vier Menschen erschossen. Gestern gab es eine Verhandlung gegen die mutmaßlichen Waffenlieferanten des Blutbades. Foto: Martin Borck

Dejan A. steht im Verdacht, einer der Schützen des Blutbades zu seien, bei dem am 13. November in Enschede vier Menschen im Alter zwischen 27 und 62 Jahren erschossen wurden. Der 32-jährige Verdächtige soll zwei Wochen vor dem Mord im Internet recherchiert haben, um eine AK 47 (Kalaschnikow) zu kaufen. Über eine Zwischenhändlerin – Zizi W, aus Breda – kam nach Angaben der Justiz die Verbindung zwischen den mutmaßlichen Schützen und den mutmaßlichen Waffenlieferanten (Arie van D. (62) und sein 32-jähriger Sohn Dennis) zustande. Ihnen wird zur Last gelegt, die bei der Tatausführung benutzten Waffen geliefert zu haben.

Die Staatsanwaltschaft macht sowohl Zizi W. als auch Vater und Sohn van D. mitverantwortlich für den vierfachen Mord. Denn: Sie hätten wissen müssen, welche tödliche Gefahr von den gelieferten schweren Waffen ausging.

Bevor Zizi W. mit Vater und Sohn van D. einig wurde, hatte sie Kontakt mit einem anderen Waffenhändler. Das habe sie, wie die Zeitung TC Tubantia berichtet, gegenüber zwei undercover ermittelnden Polizeibeamten eingeräumt. Dieser Lieferant habe deutlich gemacht, dass eine AK 47 mindestens 2500 Euro kosten würde. Er wollte das Geschäft daher nicht eingehen: „Großes Risiko, wenig Gewinn.“

Danach sollen Vater und Sohn van D. geliefert haben, allerdings keine automatischen Waffen, denn die wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei dem Vierfachmord nicht benutzt.

Sowohl Zizi W. als auch die beiden van D. bleiben in Haft. Ebenfalls in Haft befinden sich die drei mutmaßlichen Schützen – Camil A. (57) aus Hengelo und seine Söhne Dejan und Denis (30) – die zwei Wochen nach der Tat festgenommen wurden

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