40 Insassen blieben unverletzt
Zug kurz vorm Bahnhof Enschede entgleist

Enschede/Gronau -

Zug entgleist: Am Mittwochabend ist eine Regionalbahn aus dem Münsterland nach Enschede wegen eines umgestürzten Baums aus dem Gleis gesprungen. Der Schaden an der Bahnstrecke ist beträchtlich.

Donnerstag, 14.03.2019, 08:04 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 06:59 Uhr
Der Zug sprang etwa einen Kilometer vor dem Enscheder Bahnhof aus dem Gleis. Foto: Martin Borck

Ein aus Gronau kommender Personenzug ist am Mittwochabend in Enschede entgleist. Ursache war ein umgestürzter Baum, der auf das Gleis gefallen war. In dem Zug saßen etwa 40 Fahrgäste. Niemand wurde verletzt. Die Passagiere wurden von Helfern der Feuerwehr aus dem Zug geleitet. Sie wurden zum Bahnhof gebracht und konnten von dort aus ihre Reise fortsetzen.

Der zweiteilige Zug war gegen 20.30 Uhr auf den Baum geknallt und aus den Gleisen gesprungen. Anwohner hörten einen lauten Krach, der mehrere Sekunden dauerte. Wenige Minuten später waren Rettungskräfte vor Ort. Es stellte sich heraus, dass keinem der Insassen etwas passiert war. Doch es dauerte bis 22 Uhr, bis die Passagiere aus dem beschädigten Zug geleitet wurden.

"Ich dachte wirklich, ich sterbe"

Der Unfall wurde von den Zuginsassen offenbar unterschiedlich wahrgenommen. Reportern des Twentsche Courant Tubantia sagte ein 21-Jähriger aus Glanerbrug, er habe Angst gehabt, dass das Fahrzeug umkippen würde. Er saß vorne, direkt hinter dem Führerstand. „Der Zug bremste stark, und ich hörte den Fahrzeugführer ,Scheiße‘ rufen. Dann weißt du, dass irgendwas nicht stimmt. Ich fühlte einen Sprung und merkte sofort, dass der Zug aus dem Gleis gesprungen war. Ich dachte wirklich, ich sterbe. Ich hielt mich an der Sitzbank fest, denn ich hatte Angst, dass der Zug umkippen würde. Wirklich. Ich weiß, dass neben dem Gleis ein Graben ist. Das Ganze dauerte nur Sekunden, aber es war wirklich beängstigend.“

Zug bei Enschede entgleist

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    Ein aus Gronau kommender Zug ist am Mittwochabend in Enschede entgleist.

    Foto: Martin Borck
  • Anwohner hörten einen lauten Krach, der mehrere Sekunden dauerte. Wenige Minuten später waren Rettungskräfte vor Ort.

    Foto: Martin Borck
  • Was war passiert? Der zweiteilige Zug war gegen 20.30 Uhr auf einen Baum geknallt und aus den Gleisen gesprungen. 

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  • Der Baum hatte sich im Fahrwerk des Triebwagens verfangen.

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  • Der Unfall passierte kurz vor dem Bahnhof in Enschede.

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  • Die rund 40 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt.

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  • Die Bahnstrecke zwischen Enschede und Gronau, auf der die Linien RB 51 (Enschede-Dortmund) und RB 64 (Enschede-Münster) fahren, wurde gesperrt.

    Foto: Martin Borck
  • Die Bahn setzt zwischen Enschede und Gronau Busse als Ersatzverkehr ein.

    Foto: Martin Borck
  • An der Unfallstelle werden die Schienen untersucht.

    Foto: Martin Borck
  • Es muss bis zum Abend gegen 18.30 Uhr mit längeren Fahrzeiten gerechnet werden.

    Foto: Martin Borck

Im hinteren Teil des Zugs hatten einige Fahrgäste nicht einmal gemerkt, dass der vordere Zugteil entgleist war. Panik herrschte aber auch bei den anderen nicht. Allerdings waren einige sauer, dass es so lange dauerte, bis sie den Zug verlassen durften. Erst nach 22 Uhr wurden sie zum gut einen Kilometer entfernten Bahnhof Enschede gebracht. „Das Stück hätten wir auch laufen können. Wären wir eher dagewesen“, so einer der Fahrgäste.

Beträchtlicher Schaden

Eine Anwohnerin sagte, sie habe gegen 20 Uhr ein Krachen gehört, sich aber nichts dabei gedacht, da es bei Wind häufiger derartige Geräusche in den Bäumen entlang des Gleises gebe. Dass ein Baum aufs Gleis gestürzt sein könnte, daran habe sie nicht gedacht. Der Aufprall des Zuges auf den Bau, mit einem Durchmesser von rund 20 Zentimetern sei sehr laut gewesen. Doch auch da gibt es unterschiedliche Erlebnisse. Eine Nachbarin sagte gegenüber den WN am Donnerstagmorgen: „Ich habe gar nichts mitgekriegt. Dabei waren wir zu Hause.“ 

Der Schaden ist beträchtlich. 120 Betonschwellen müssen ersetzt werden. Danach müssen die Schienen montiert und Schotter eingebracht werden, so Prorail.  Der Schaden am Zug selbst hingegen scheint nicht so stark zu sein, wie zunächst befürchtet. Das Fahrzeug wurde mithilfe von Wagenhebern angehoben und wieder auf die Schienen gesetzt. Ein Kran konnte nicht zum Einsatz kommen, da von den parallel laufenden Straßen aus die Schienen nicht erreichbar sind: Die Schienen liegen ein gutes Stück unter Straßenniveau, außerdem erschweren Bäume die Erreichbarkeit des Gleises. Der Zug konnte, nachdem er auf die Schienen gesetzt worden war, selbstständig wieder Richtung Gronau fahren.  

Busse als Ersatzverkehr

Der Talentzug fährt im Auftrag der Deutschen Bahn auf der Linie nach Enschede. Die Bahn setzte zwischen Enschede und Gronau Busse als Ersatzverkehr ein. Dadurch musste bis in die Nacht zu Freitag mit längeren Fahrzeiten gerechnet werden.

Weitere Streckensperrung

Zwischenzeitlich war auch die Bahnstrecke zwischen Epe und Ahaus für den Zugverkehr gesperrt. Grund für die Sperrung war ein umgestürzter Baum, der auf den Schienen lag. Es kommt im Verlauf des Abends aber noch zu Verspätungen und Teilausfällen, so die Bahn.

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