Opposition hofft auf konstruktive Zusammenarbeit
Doetkotte an Wahlversprechen messen

Gronau -

Sprecher der im Rat vertretenen Fraktionen und Parteien haben sich am Wahlabend zu den Konsequenzen der Wahl geäußert. Welche Folgen hat die Wahl für die Gestaltungsmehrheit und die Opposition? Die wichtigsten Aussagen finden Sie hier.

Montag, 25.03.2019, 16:00 Uhr
Die Nähe von Sonja Jürgens suchten am Sonntagabend nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses viele Menschen Foto: Wiedau

„Zunächst mal bin ich traurig, dass uns die integrative Kraft von Sonja Jürgens fehlen wird“, macht SPD-Fraktionschef Norbert Ricking deutlich. Ansonsten werde die SPD den neuen Bürgermeister in der nächsten Zeit an seinen Wahlkampfversprechen und seinen Maßstäben messen. Zur Frage der anstehenden großen Herausforderungen – etwa die Innenstadtentwicklung – hat die SPD klare Erwartungen: Doetkotte habe im Wahlkampf erklärt, dass die Verwaltung nach seiner Meinung zu langsam arbeite. „Ich bin sehr gespannt, wie er es schafft, die Verwaltung auf Trab zu bringen.“ Die Gestaltungsmehrheit könne künftig bei Projekten nicht mehr darauf verweisen, dass ein mögliches Nichtvorankommen an der Verwaltung liege. „Insofern ist jetzt alles aus einem Guss“, so Ricking. Aber: „Ich hoffe allerdings, dass wir weiter konstruktiv im Rat zusammenarbeiten können.“

Udo Buchholz ( GAL ) macht keinen Hehl daraus, dass er sich persönlich ein anderes Wahlergebnis gewünscht hätte. Veränderungen in der Ratsarbeit erwartet er aber nicht: „Ich schätze Rainer Doetkotte als fairen Menschen ein und denke, er wird eine faire Verhandlungsleitung bringen im Rat. Die inhaltlichen Punkte muss man durch Ratsmehrheiten kriegen.“ Dass es im kommenden Kommunalwahlkampf eine Verbindung von GAL und Bündnis 90/Die Grünen geben könnte, sieht Buchholz nicht: Eine Zusammenarbeit mit den Bündnis-Grünen sieht er „weder als erforderlich noch als sinnvoll an“.

Für ihn persönlich sei die Wahl von Doetkotte „so etwas wie ein kleiner Neustart“, so Stephan Strestik (Pro Bürgerschaft/Piraten). Bei den Themen, die ihm als Pirat wichtig seien – etwa Digitalisierung – sei in den letzten Jahren nichts passiert. „Da kann es eigentlich nur noch besser werden.“ „Die Bürger haben die Veränderung gewählt,“ ordnet Strestik das Ergebnis ein. Doetkotte werde sich in den ersten 100 Tagen daran messen lassen müssen, was passiert – etwa in Fragen der Schlagkraft der Verwaltung oder der Kommunikation. „Was merkt der Bürger davon – das ist, glaube ich, wichtig.“

Marita Wagner (Die Linke) bedauert, „dass viele Dinge, die in Gronau nicht oder schief gelaufen sind, der Bürgermeisterin angelastet wurden“. Das ist für sie eine „völlig falsche Sichtweise, denn der Rat entscheidet und die Bürgermeisterin – und jetzt der Bürgermeister – muss das umsetzen“. Für bedauerlich hält Wagner auch die niedrige Beteiligung an der Wahl. Auch sie sieht die Innenstadtentwicklung als erste große Herausforderung für den neuen Bürgermeister an. Mit Blick auf den Fristablauf für die Investoren in einer Woche „muss er zeigen, was er zu leisten bereit ist und was er leisten kann. . . “ Daneben gebe es weitere drängende Aufgaben: „Die Entwicklungen in den Tochtergesellschaften sind alles andere als gut. Auch dort muss er versuchen, ein Standing zu bekommen und Einfluss zu nehmen.“

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