Investoren stellen Plan B vor
Aus Drio 1 wird Drio 1.1 und 1.2

Gronau -

Der Baukörper des geplanten Drio 1 soll in zwei Elemente unterteilt werden. Drio 2 soll wie in der bisherigen Planung bestehen bleiben. Das Drio 3 auf dem Kurt-Schumacher-Platz soll zunächst in kommunaler Hand bleiben. Das ist in Kurzform der mit Spannung erwartete „Plan B“ für das Drio-Projekt, das dem ehemaligen Hertie-Areal und dem Schumacher-Platz ein neues Gesicht geben soll. Am Mittwochabend stellten die Investoren – die Projektentwickler Hoff und Partner sowie List Develop Commercial – die neue Variante dem Stadtrat vor.

Mittwoch, 15.05.2019, 22:10 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 18:42 Uhr
So sieht die aktuelle Planung des Drio aus. Neu ist die Trennung zwischen Drio 1.1. und 1.2. Beim geplanten Parkhaus auf dem Alten Schlossplatz (oben Mitte) soll laut Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick auf Tiefgeschosse verzichtet werden. Dadurch werden Kosten gespart. Foto: List/Hoff

Grund für die notwendige Anpassung des bisherigen Konzeptes ist (wie berichtet) der Umbruch im Handel. Dadurch ist eine Verwirklichung mit dem ursprünglich beabsichtigten Umfang an Handelsflächen nicht mehr durchführbar. In dem geänderten Konzept haben sich die Planer eng an die Ausgangsvariante gehalten. Die Aufteilung der Flächen für die verschiedenen Nutzungen wurden angepasst, erläuterten Geschäftsführer Ingo Hoff und Sebastian Grochowiak (List) im Vorfeld der Ratssitzung. Etwa 3600 Quadratmeter Fläche sind noch für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Ursprünglich waren in Drio 1 bis 3 gut 7400 qm für diese Zwecke geplant. Die Nutzungsflächen für Büros und Dienstleistung werden in dem neuen Konzept von 4760 auf 8830 qm fast verdoppelt. 1785 qm waren für öffentliche Nutzung vorgesehen, in der aktuellen Version sollen es 2100 qm werden. Zu Wohnzwecken sind 1400 qm gedacht (in der Ausgangsvariante 2100 qm).

► Drio 1 als größtes Element wird also in zwei Baukörper unterteilt. Dazwischen verläuft ein etwa zehn Meter breiter Durchgang. Dadurch entsteht eine Sichtachse, die von Laga-Gelände/Rockmuseum über die Schweringstraße bis zum Stadtpark reicht. Beide Teile – Drio 1.1 und 1.2 – sollen gleichzeitig realisiert werden. Es bleibt bei dem von Beginn an geplanten Nutzungsmix aus Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen sowie Wohnen, mit verschobenen Anteilen.

► Drio 2 bleibt wie in der bisherigen Planung bestehen: ein Geschäftshaus für Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungen.

► Das Drio 3 bleibt erst einmal in kommunaler Hand. Durch die geänderte Eigentumssituation entsteht bei der Sanierung der darunterliegenden Tiefgarage hohes Einsparpotenzial. Die kostentreibende bauliche Trennung, die bei der Realisierung des Wettbewerbsergebnisses erforderlich wäre, entfällt. Im aktuellen Konzept sind nach wie vor öffentliche Flächen wie z. B. für das Stadtmarketing vorgesehen. Der finale Nutzungsmix wird mit der Stadt erarbeitet. Der Grundgedanke des architektonischen Entwurfes bleibt in der weiteren Planung erhalten.

Die Investoren möchten ein nachhaltiges Stadtquartier realisieren, das nicht in absehbarer Zeit wieder leer steht. „Deshalb schließen wir keine kurzzeitigen Mietverträge, sondern solche, die den Standort langfristig beleben.“Parallel werden die Gespräche mit weiteren Interessenten für Handels- und Dienstleistungsflächen geführt.

„Dass die Bürger gerne die Namen der Mieter wissen möchten, ist uns bewusst. Leider sind uns hier aufgrund der noch laufenden Prozesse die Hände gebunden. Im Interesse der Gesamtentwicklung müssen sich die Gronauer noch etwas gedulden, wofür wir um Verständnis bitten,“ so Sebastian Grochowiak.

Nun ist die Politik gefordert: Das von der Verwaltung und den Investoren entwickelte Szenario muss geprüft werden. Es ist geplant, die angepassten Eckpunkte des Grundstückkaufvertrags dem Haupt- und Finanzausschuss am 12. Juni und dem Rat am 26. Juni zur Entscheidung vorzulegen.

Es gibt also für alle Beteiligten noch einiges zu tun - von der Schaffung des angepassten Baurechts über den Bauantrag bis hin zur Baugenehmigung – bis die Bagger für den Drio-Hochbau ab 2020 rollen können.

„Mit dem Drio-Projekt wird ein bedeutender Puzzlestein für die Entwicklung im Gronauer Zentrum gesetzt“, sind sich Bürgermeister Rainer Doetkotte und Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick sicher. Neben der Umsetzung der Freiflächenplanung ab Frühjahr 2020, der Quartiersentwicklung an der Bahnhofstraße und den privaten Investitionen werde dem Rat mit dem geänderten Drio-Konzept „ein städtebaulich gelungener Entwurf“ vorgelegt. „Damit wollen wir Impulsgeber für die anstehenden Veränderungen in der Innenstadt sein“, so Doetkotte und Groß-Holtick. Der Entwurf ist jetzt Grundlage für die weitere Beratung in den Ratsfraktionen, um Ende Juni die abschließenden politischen Beschlüsse fassen zu können.

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