Bilanz der Verbraucherberatung
Telefon und Internet bleiben Dauerbrenner

Gronau -

Elke Liening nennt sie „verletzliche Verbraucher“: Menschen, die ein Handicap bei Sprache oder Bildung haben – und sich daher leicht im Geflecht des Verbraucherrechts verheddern können. Die Leiterin der Gronauer Verbraucherberatungsstelle hat festgestellt, dass Menschen aus diesem Kreis vermehrt ihre Angebote nutzen. Die Zahl der sozialorientierten Beratungen hat auf jeden Fall zugenommen. Das sagte Liening am Montag bei der Präsentation der Bilanz für das Jahr 2018.

Dienstag, 21.05.2019, 08:33 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 08:40 Uhr
Beate Hollands-Lohölter, Regionalleiterin, Sandra Cichon, Erste Beigeordnete der Stadt Gronau, und Elke Liening, Leiterin der Beratungsstelle Gronau, stellten am Montag die Bilanz vor. Foto: Martin Borck

Mund-zu-Mund-Propaganda, aber auch Weiterleitungen von Sozialverbänden und Behörden sind die Ursachen für diesen Anstieg. Andererseits gibt es auch Beratungen, auf die das Team in Gronau gerne verzichten würde. Einige Telekommunikationsfirmen und Energieversorger („Aber nicht die Stadtwerke“, betonte die Regionalleiterin der Verbraucherzentrale , Beate Hollands-Lohölter) verweisen ihre Kunden mittlerweile an die Verbraucherberater. Diese Unternehmen schieben die Aufgabe, ihre komplizierten Rechnungen verständlich zu erläutern, auf die Berater ab.

Insgesamt hat es im vergangenen Jahr 2835 Anfragen von Ratsuchenden gegeben, dazu 2717 Veranstaltungskontakte. 3360 Mal wurde auf die Internetseiten der örtlichen Beratungsstelle zugegriffen. „Die Zahl der Anfragen lag ein wenig unter dem Schnitt“, sagte Liening – was mit dem Umzug in die neuen Räume im Terrassenhaus zusammenhängen mag.

379 Rechtsberatungen bzw. Rechtsvertretungen führte das Team durch. „Meistens sind die Anfragen so komplex, dass sie in Rechtsvertretungen münden“, sagte Liening. Thematisch bleiben Probleme mit Anbietern von Telefon/Internet ein Dauerbrenner. 44 Prozent der Rechtsberatung/-vertretungen beschäftigten sich mit Themen aus diesem Bereich. Fast ein Viertel bezog sich auf „Allgemeine Dienstleistungen“. „Dahinter verbergen sich Inkassoforderungen“, erläutert Liening.

Zum Beispiel trieben laut Jahresbericht fragwürdige Rechnungen der Firmen Widax oder Riverso aus Tschechien über vermeintlich geführte Telefonsex-Gespräche zahllose ratlose Verbraucher um. Die Firmen drohten mit Mahnkosten, wenn nicht Bargeld an eine Postfachadresse geschickt würde. Die Berater informierten, dass nur gezahlt werden muss, wenn tatsächlich eine kostenpflichtige Leistung vereinbart wurde. Der Drohkulisse setzten sie den Rat entgegen, unberechtigten Forderungen per Einwurfeinschreiben zu widersprechen und sich nicht von Mahnungen und Inkassoforderungen verunsichern zu lassen,

Im Energiebereich wurden Sparpotenziale ausgelotet. Mit den Themen E-Mobilität und Heizkesseltausch gingen die Berater in die Offensive. Außerdem war ihre Expertise bei ungewollten Anbieterwechseln und bei der Pleite des Stromanbieters BEV gefragt.

Gronaus Erste Beigeordnete Sandra Cichon zeigte sich froh darüber, dass die Verbraucherzentrale am Ort vielen Bürgerinnen und Bürgern helfen kann.

Die zwei halbtägigen Beratungen pro Woche in Borken sollen fortgeführt werden. Die Teammitglieder sind – unabhängig davon – häufig im Kreisgebiet unterwegs: in Schulklassen, wo es zum Beispiel um Vermittlung von Finanzkompetenz geht, bei der Sommertour an Wochenenden, auf Märkten oder bei Gesundheitsmessen.

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