Sie sollen auch bei K+K abkassiert haben
Anklage gegen Mitglieder der „AMG-Gang“ erhoben

Gronau/Essen -

Sie kamen als Geldboten getarnt, hatten sogar den passenden Geldtransporter dabei: Im Dezember 2017 holten falsche Wertsachen-Kuriere die Tageseinnahme der Supermarktkette K+K in der Gronauer Zentrale ab. Die Staatsanwaltschaft Essen hat jetzt Anklage gegen sieben Verdächtige erhoben.

Montag, 17.06.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 20:42 Uhr
Mit diesem gefälschten Geldtransporter kamen im Dezember 2017 falsche Geldboten zur K+K-Zentrale und holten die Tageseinnahmen der Supermarktkette ab. Foto: Polizei

Sie kamen als Geldboten getarnt, hatten sogar den passenden Geldtransporter dabei: Im Dezember 2017 holten falsche Wertsachen-Kuriere die Tageseinnahme der Supermarktkette K+K in der Gronauer Zentrale ab. Medien berichten, dass der Schaden insgesamt rund 1,8 Millionen Euro betragen haben soll. Für diese und viele andere Taten sollen sich in naher Zukunft sieben Tatverdächtige vor dem Landgericht in Essen verantworten. Die Staatsanwaltschaft Essen hat jetzt gegen sie Anklage erhoben. Focus Online hatte zuerst darüber berichtet.

Die Anklageerhebung gegen „sechs männliche Tatbeteiligte“ und eine Frau – die aber nur am Rande an den Taten beteiligt gewesen sein soll –, bestätigte am Montag die Pressesprecherin der Essener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Annette Milk, gegenüber unserer Zeitung.

Ein Termin für den Prozess steht offenbar noch nicht fest: „Meines Wissens nicht. Die Anklage ist noch relativ jung“, so Milk. Auch konnte sie am Montag nicht sagen, ob das Landgericht schon über die Zulassung der Klage entschieden hat.

Coup bei K+K in Gronau

Der Coup bei K+K war laut Focus Online „das Meisterstück“ der Bande, die als „AMG-Gang“ bezeichnet wird, weil die drei führenden Mitglieder von ihrer Beute über Strohmänner jeweils einen Mercedes AMG 63 mit den selben Ziffern im Kennzeichen (93 für ihr Geburtsjahr) erworben haben sollen.

Auf das Konto der Gang gehen zahlreiche Überfälle, Geldautomaten-Plünderungen und andere dreiste Verbrechen – alles nur große Sachen, die sie mit Insidern, deren Wissen und deren Unterstützung geplant und ausgeführt haben sollen. Binnen zwei Jahren sollen sie 2,5 Millionen Euro Beute gemacht haben.

Ermittler kamen der Gang nach Hinweisen der Schweizer Polizei auf die Spur. Im Dezember wurden die sieben Mitglieder der Bande, die Verbindungen zu libanesischen Clans haben soll, verhaftet.

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