Literatur zum Nulltarif:
Tauschzelle belebt Leselust

Ascheberg -

Das Konzept der Büchertauschzelle an der Biete ist aufgegangen: Mittlerweile nutzen Leseratten aller Generationen das Angebot, Literatur zum Nulltarif mitzunehmen beziehungsweise zu tauschen.

Montag, 12.02.2018, 16:02 Uhr

Barbara Kehrmann hat die Büchertauschzelle gemeinsam mit Sebastian Tillkorn initiiert. Rund eineinhalb Jahre nach dem Start zieht sie ein überaus positives Fazit. Die Zelle wird bestens genutzt.
Barbara Kehrmann hat die Büchertauschzelle gemeinsam mit Sebastian Tillkorn initiiert. Rund eineinhalb Jahre nach dem Start zieht sie ein überaus positives Fazit. Die Zelle wird bestens genutzt. Foto: Tina Nitsche

. „Bringen – Nehmen – Tauschen“: Die Aufforderung, die in dicken Lettern an der Tür prangt, ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Hier dreht sich alles um Futter für Leseratten. Im September 2016 ging Aschebergs erste (und einzige) Büchertauschzelle an der Biete an den Start. Mittlerweile ist das Konzept aufgegangen. Und das Angebot erfreut sich bei allen Generationen großer Beliebtheit.

Dabei war die Realisation nicht so einfach, wie es sich die Initiatoren Barbara Kehrmann und Sebastian Tillkorn gewünscht hätten. Vielmehr kam „Was lange währt, wird endlich gut“ zum Tragen. Alleine die Standortwahl, eigentlich war der Katharinenplatz favorisiert worden, gestaltete sich keineswegs so einfach wie erwartet. Frank Neuhaus stellte schließlich an der Biete einen Platz zur Verfügung. „Volltreffer“ – so lässt sich das Resultat auf den Punkt bringen: Die Tauschzelle beschert der Straße und damit auch den anliegenden Geschäften regen Zulauf. Wohl aber auch deshalb, weil sich ein engagiertes Team um sie kümmert. Denn wer die „kleine Bücherei“ betritt, findet geordnete Zustände vor.

„Wir sortieren regelmäßig aus und sorgen dafür, dass auch rund um die Zelle immer alles in Ordnung ist“, sagt Kehrmann nicht ohne Stolz. In der Zelle lagern keine alten Schinken. Dort finden sich aktuelle Spiegel- und Bild-Besteller, Werke bekannter Autoren ebenso wie angesagte Kinderbücher.

Nicht nur Ascheberger, sondern auch viele Menschen aus der näheren Umgebung halten regelmäßig an der peppig grün gestrichenen ehemaligen Telefonzelle an. „Ich finde es richtig toll, dass hier so eine Gelegenheit geboten wird. Denn nicht alle haben das Geld, sich regelmäßig Bücher kaufen zu können, mich macht diese Alternative hier richtig glücklich“, verrät eine ältere Nutzerin.

Kehrmann schwärmt von manch schönem Erlebnis: „Ich kann sagen, diese Zelle belebt nicht nur das Straßenbild, sondern sie erhöht auch die soziale Kompetenz. Denn hier treffen unterschiedlichste Menschen zusammen.“ Menschen deren Geschmäcker verschieden sind, aber die an der Zelle auf ihre Kosten kommen. Denn dort finden sich Werke unterschiedlichster Genres in einem aufgeräumten Umfeld. „Dafür sorgen die Bücherpaten, denn hier wird hin und wieder auch schon einmal ,Bücherschrott‘ abgeladen“, räumt die Initiatorin ein. Bücher mit Stockflecken oder zerfledderte Werke landen dann in der Papierpresse. Die Bücherzelle hingegen lebt durch aktuellen Lesestoff. „Sie wird sogar so gut angenommen, dass wir bequem eine zweite eröffnen könnten“, so Kehrmann. Denn der Aufforderung „Bringen – Nehmen - Tauschen“, werde täglich gerne nachgekommen.

Diese Zelle erhöht auch die soziale Kompetenz. Denn hier treffen unterschiedlichste Menschen zusammen.

Sebastian Tillkorn
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