Nach Praktikum in Spanien
Jannik Börtz erhält Euro-Pass

Davensberg -

Jannik Börtz aus Davensberg ist Inhaber des „Euro-Passes“. Noch ein Dokument mehr?

Mittwoch, 12.12.2018, 08:00 Uhr
Jannik Börtz erhielt seinen Euro-Pass, den Europass-Mobilitätsnachweis, von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel (l.) überreicht. Foto: IHK

Jannik Börtz aus Davensberg ist Inhaber des „Euro-Passes“. Doch keine Sorge, das Papier löst nicht den deutschen Personalausweis oder Reisepass ab. Er ist vielmehr als Beleg zu sehen. Die Industrie- und Handelskammer Münster bezeichnet ihn auch als „Europass-Mobilitätsnachweis“.

Jannik Börtz hat nach dem Abitur am kaufmännisch geprägten Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Münster eine Lehre zum Industriekaufmann bei der Firma VEKA in Sendenhorst begonnen. Sie beteiligt sich schon länger an dem Programm der IHK, mit dem rund 50 Auszubildende zu Auslandspraktika aufbrachen.

„Bei uns im Betrieb ist es so, dass Auszubildende, die Interesse haben und deren Noten stimmen, eine Tochterfirma im Ausland wählen dürfen. Ich habe mich für Spanien entschieden“, berichtet Börtz. In Burgos nahe Bilbao ist so eine kleine Tochter des großen Sendenhorster Werkes angesiedelt. Börtz vergleicht: „Im Grunde ist es dort so wie in Sendenhorst, aber viel, viel kleiner.“ Arbeiteten am Hauptstandort des Herstellers von Fensterprofilen mehr als 1000 Mitarbeiter, gebe es in Spanien 80 Beschäftigte.

Sprachlich hat der Davensberger während des dreiwöchigen Aufenthaltes seine Englischkenntnisse verbessert und das eine Jahr Schul-Spanisch reaktiviert. „Wir hatten jeden Tag nach der Arbeit eine Stunde Spanisch“, informiert Börtz. Bei VEKA Iberia arbeiteten die Praktikanten aus Deutschland im kaufmännischen Bereich mit. Untergebracht waren sie in einer Studentenunterkunft: „Wir waren vier Praktikanten, die sich zwei Zimmer geteilt haben. Der Kontakt zu den Studenten war Klasse. Wir haben viele Leute kennengelernt.“ In den drei Wochen haben die Münsterländer auch Burgos erkundet. Börtz berichtet von einer schönen Altstadt: „Es hat sich gelohnt, da durch die Straßen zu gehen.“ Ein Mitarbeiter von VEKA Iberia hat sich um die Praktiktanten gekümmert und ist an einem Tag mit ihnen nach Bilbao an den Strand gefahren. Dazu hat der Davensberger einen neuen Sport kennengelernt: Padel, eine Mischung aus Squash und Tennis. So sind die drei Wochen schnell vergangen. Börtz hat sie nicht bereut, im Gegenteil: „Wir hören immer, dass Betriebe um Schulabgänger werben. So ein Angebot ist sicher etwas, was Jugendliche berücksichtigen. Das ist ein Gewinn für uns, aber auch für die Betriebe. Ich würde es sofort noch einmal machen.“

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel erklärte bei der Übergabe: „Wir brauchen junge Menschen, die als Botschafter der beruflichen Bildung in die Welt gehen und so auch den Schulabgängern hier zeigen, welche Chancen Ausbildung bietet.“ So sehr Jaeckel sich über die wachsende Zahl der Unternehmen in der Region freute, die ihren Nachwuchs ins Ausland schicken, so viele ungenutzte Möglichkeiten sah er auch. „Der Auslandsaufenthalt muss selbstverständlicher werden, dafür brauchen wir Unternehmen, die vorangehen und zeigen, dass es geht“, unterstrich der IHK-Chef. Auslandsangebote seien ein wirksames Instrument der Fachkräftesicherung. „Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen verleiht das einen Charme, mit dem sie talentierte Nachwuchskräfte gewinnen können.“

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