Jörg Weustenhagen reist mit alten Freunden nach Estland
So kam „Ascheberg“ nach Tallinn

Ascheberg -

Vor sechs Jahren hat Jörg Weustenhagen sich als dauerhafter Fahnenbegleiter der deutschen Fußball-Nationalelf verabschiedet. Ein Wiedersehen mit der Szene feierten er und seine (kleine) Fahne nun in Tallinn.

Dienstag, 15.10.2019, 19:33 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 19:50 Uhr
Jörg Weustenhagen (oben rechts) hat auf der Reise nach Tallinn seine Fahnenkumpels wiedergetroffen und natürlich trotz zwischenzeitlicher Probleme die Ascheberg-Fahne im Stadion aufhängen lassen. Gute Laune herrschte im Pub, bis die Nachrichten aus dem Stadion verbreitet wurden. Foto: privat

Mitten im Atlantik hat der Ascheberger Jörg Weustenhagen sich 2013 aus der Fahnenszene rund um die deutsche Nationalmannschaft verabschiedet. Sechs Jahre ist das inzwischen her. Nach dem Besuch der Färöer-Inseln berichtete der heute 55-Jährige, die Ascheberg-Fahne nur noch selten fürs Fernsehbild im Stadion platzieren zu wollen. Das Wiedersehen mit den Kollegen ging am Wochenende in Estland über die Bühne. Wer genau hingeschaut hat, ist oberhalb der OSNA-Fahne auf den Schriftzug Ascheberg gestoßen. „Ich hatte nur die Kleine mit“, berichtet Weustenhagen.

Die „Fahnengeschichte“ in der Le Coq Arena ist auch für den erfahrenen Weustenhagen ungewöhnlich: „Es geht so, dass drei, vier Leute akkreditiert sind und mit allen Fahnen ins Stadion gehen. Sie schauen dann, dass sie passend hängen.“ Passend heißt: Sie verdecken keine Werbung, stören den Blick anderer Zuschauer aufs Feld nicht und werden von den Fernsehkameras einfangen.

Ascheberg und OSNA.

Ascheberg und OSNA. Foto: privat

Die Bilder aus dem Stadion stellten die Fahnen-Jungs zufrieden. Mit ihnen saß Weustenhagen gerade in einem irischen Lokal der estnischen Hauptstadt: „Vorher waren wir für unsere Stadionhopper beim einem Viertligaspiel. Das war schon cool. Über dem Kunstrasenplatz wird bei schlechtem Wetter eine Traglufthalle errichtet. Das Gebläse und alles andere lagen an der Seite. Nur eine Drehtür stand ziemlich alleine da. Ohne die Halle macht das keinen Sinn.“

Die Ascheberg-Fahne in Tallinn.

Die Ascheberg-Fahne in Tallinn. Foto: privat

Auf jeden Fall dachten nach den Bildern aus dem Stadion alle, dass man sich in Ruhe auf den Weg ins Stadion machen könne. Doch dann die Nachricht: Alle Fahnen müssen weg. Sie dürfen nur im deutschen Block angebracht werden. Bei den folgenden Gesprächen kam nichts raus, was die Fahnenbesitzer zufrieden stellte. „Wir haben gesagt, dann werden wir erst nach dem Einlaufen flaggen. Und das war irre. Die Mannschaften kamen, die Nationalhymnen sind gespielt worden und in fünf Minuten war das ganze Stadion beflaggt, waren alle freien Stellen zu“, schmunzelt Weustenhagen. Der Ascheberg-Schriftzug, der nachmittags noch mit der Meppen-Fahne zu sehen war, hatte nun ein Plätzchen bei der OSNA-Fahne gefunden. Ganz einfach war das nicht, weil viele Fahnen-Fans die Reise nach Tallinn angetreten hatten.

Der erste Platz musste geräumt werden.

Der erste Platz musste geräumt werden. Foto: privat

Jenseits der Fahne schwärmt Weustenhagen von einer schönen Tour, dem Wiedersehen mit vielen Bekannten, die inzwischen teilweise selbst Väter sind und damit auch auf seinen Szene-Namen „Fahnen-Papi“ hören dürften. Neben zwei Mal Fußball stand noch ein Eishockeyspiel auf dem Programm. Erstaunlich fand der Ascheberger, wie einfach es war, Bilder per Handy zu verschicken. „W-Lan und schnelles Internet für alle stehen da im Grundgesetz. Ich musste mich nicht mal anmelden. Das war traumhaft.“ Für die Nations-League hofft der Ascheberger nun auf ein Land, dass er mit Fahne noch nicht bereist hat: „Island wäre klasse.“

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