Jens Zumbült besingt „Die schöne Müllerin“
Von der unglücklichen Liebe

Lüdinghausen -

Den Schubertschen Liederzyklus von der „schönen Müllerin“ besang Tenor Jens Zumbült am Samstag im Kapitelsaal. Begleitet wurde er am Flügel von Johannes Freiberg.

Montag, 01.05.2017, 16:05 Uhr

Mit der Interpretation von Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ überzeugten Tenor Jens Zumbült und Johannes Freiberg am Flügel ihr Publikum im Kapitelsaal.
Mit der Interpretation von Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ überzeugten Tenor Jens Zumbült und Johannes Freiberg am Flügel ihr Publikum im Kapitelsaal. Foto: beb

Mit den bekannten Versen „Das Wandern ist des Müllers Lust“ beginnt Franz Schuberts Liedzyklus „Die schöne Müllerin“ nach den Gedichten von Wilhelm Müller, den Tenor Jens Zumbült – mit Johannes Freiburg am Flügel – am Samstag im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen gekonnt vortrugen. Unterstützt von einem ausgeprägten Mienenspiel zeigte Zumbült sein breites Stimmrepertoire. Seine klare Artikulation sorgte dafür, dass man dem Text, mit kleineren Ausnahmen in sehr schnellen Passagen, gut folgen konnte.

Beide Musiker studierten an der Hochschule für Musik Detmold (Abteilung Münster) und haben bereits an zahlreichen Meisterkursen teilgenommen. Zumbülts Repertoire reicht von der oratorischen Musik des Barock bis zu den Oratorien der Romantik. Freiburg konzertiert regelmäßig im In- und Ausland. Diese Qualität merkte man dem Vortrag vor allem in den langsameren Passagen, in denen Zumbülts Stimmfarbe gut zur Geltung kam, an.

Der Zyklus „Die schöne Müllerin“, der aus insgesamt 20 vertonten Gedichten besteht, erzählt die Geschichte eines Müllergesellen auf der Wanderschaft. Dieser führt in den ersten Gedichten im Zwiegespräch mit einem Bach hin zu einer Mühle und der dortigen Müllerin, in die sich der Geselle verliebt. Als sie sich nach kurzer Beziehung jedoch einem Jäger zuwendet, ist der Wanderer verzweifelt und ertränkt sich schließlich im Bach. Dieser singt als stetiger Dialogpartner schließlich ein Wiegenlied für den Müller.

Die emotionale Wandlung während des Zyklus‘ und innerhalb der einzelnen Gedichte wurde von Zumbült und Freiburg im von Schubert angelegten Wechsel zwischen beschwingten Melodien, aufgeregt-zornigen Klängen und wehklagenden Passagen gut ausgelotet. Nach besonderen Gefühlsausbrüchen (etwa im Gedicht „Mein!“) machte die Singstimme öfters für einige Zeit dem Klavier Platz, um die Worte nachwirken zu lassen. Besonders die klaren Momente ohne großes Vibrato überzeugten in Zumbülts Vortrag.

Die etwa 75 Zuhörer spendeten am Ende des Konzerts den beiden Akteuren wohlverdienten, lang anhaltenden Applaus.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4799379?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F4849080%2F4972380%2F
SCP-Krise ist mit dem trüben Auftritt gegen Viktoria Köln endgültig da
Der Anfang vom Ende: Mike Wunderlich (links) traf zum 1:0 für Köln, Okan Erdogan und Torwart Max Schulze Niehues konnten nicht mehr eingreifen.
Nachrichten-Ticker