Elektromobilität
Trotz gecancelter Klimaziele sind Experten vor Ort optimistisch

Lüdinghausen -

Auch wenn die Unionsparteien und die SPD bei den Sondierungsgesprächen entschieden haben, das für 2020 anvisierte Klimaschutzziel aufzugeben – die Experten für Elektromobilität in Lüdinghausen rechnen mit weiter steigenden Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge.

Samstag, 13.01.2018, 11:01 Uhr

Einmal Strom tanken, bitte: 115 Elektrofahrzeuge sind derzeit im Kreis Coesfeld gemeldet.
Einmal Strom tanken, bitte: 115 Elektrofahrzeuge sind derzeit im Kreis Coesfeld gemeldet. Foto: dpa

Kaum ein Ziel erfreut sich in Deutschland solcher Beliebtheit wie der Klimawandel, und kaum eines wird so stiefmütterlich behandelt. Bei den Sondierungsgesprächen in Berlin beschlossen Unionsparteien und SPD , das für 2020 anvisierte Klimaschutzziel offiziell aufzugeben. Ausgebremst wurden bereits vorher die Elektroautos. Die ebenfalls für 2020 ausgegebene Marke von einer Million strombetriebener Fahrzeuge wurde schon im Sommer 2017 von der Bundesregierung wieder einkassiert.

Doch die ständige Deckelung hehrer Ziele durch die Politik kann Thomas Hols’ Optimismus nicht trüben. Denn inzwischen, so der 46-jährige Lüdinghauser, der als Hausmeister am Gymnasium Canisianum arbeitet und Experte in Sachen E-Mobilität ist, habe sich viel getan. „Das große Problem war bislang die Reichweite der Autos. Die betrug in der Regel 100 bis 120 Kilometer“, sagt Hols, der einmal im Jahr gemeinsam mit dem ehemaligen Cani-Lehrer Bernd Lieneweg, den ehemaligen Schülern Lukas Nacke und Fabian Pellmann sowie Josef Busch die „Solarchallenge Münsterland“ organisiert.

Das große Problem war bislang die Reichweite der Autos.

Thomas Hols

Bei den neuen Modellen habe sich die Reichweite aber teilweise vervielfacht, so Hols. Als Beispiele nennt er etwa den Opel Ampera-e, den Tesla 3, den BMW i 3 und den Renault Zoé. Der Zuspruch steige auch mit der Zunahme der Reichweite, ist sich der Lüdinghauser sicher.

Untermauert wird seine Zuversicht von den Zahlen der Kfz-Zulassungsstelle des Kreises Coesfeld. 49 Elektrofahrzeuge habe es Anfang 2017 kreisweit gegeben, so Pressesprecher Christoph Hüsing, 115 seien es aktuell. Weniger deutlich lässt sich die Zunahme an Ladestationen umfassen. Rund 25 seien es vor zwei Jahren im Umkreis von 25 Kilometern rund um Coesfeld gewesen, sagt Sarah Rensner, Klimaschutzmanagerin des Kreises. Inzwischen seien 37 öffentlich zugängliche Ladesäulen im Kreis erfasst. Mit Nordkirchen werde 2018 der letzte weiße Fleck von der Landkarte verschwinden. In Lüdinghausen gibt es vier öffentliche Ladesäulen – am Ostwallparkplatz, am Parkplatz Burg Vischering, am Seppenrader Rosengarten und beim Autohaus Rüschkamp, darüber hinaus zwei privat betriebene Ladestationen an der Steverstraße und am Disselhook. „Vor allem für Fahrer, die Strecken im Kreisgebiet fahren – für Lieferdienste oder Altenpflege etwa – sind E-Autos zu empfehlen“, sagt Rensner.

Die Nachfrage nach Elek­troautos wächst langsam, aber stetig.

Joan Hendrik Rüschkamp

„Die Nachfrage nach Elek­troautos wächst langsam, aber stetig“, betont Joan Hen­drik Rüschkamp, Inhaber des gleichnamigen Autohauses an der Seppenrader Straße. Dazu habe auch die Umweltprämie von 4000 Euro beigetragen, die die Nachfrage „auf geringem Niveau“ habe ansteigen lassen.

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