Theater in Lüdinghausen: „Der Tod eines Handlungsreisenden“
Überzeugend und mitreißend

Lüdinghausen -

Ein gelungener Theaterabend: Das Publikum war am Freitagabend von den Schauspielern in dem Arthur-Miller-Klassiker „Der Tod eines Handlungsreisenden“ restlos begeistert. In der Titelrolle überzeugte vor allem Helmut Zierl.

Montag, 10.12.2018, 11:00 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 13:18 Uhr
Viel Beifall erhielten die Darsteller des Stücks „Der Tod eines Handlungsreisenden“. Foto: Inga Kasparek

Was für ein Abend! Wenn man sagt „Das war ganz großes Kino“, so ist das eine Anerkennung von gelungener Leistung. In diesem Falle abgewandelt kann man sagen „Das war ganz großes Theater“. Arthur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“, vor knapp 70 Jahren in New York uraufgeführt und in der Folge vielfach ausgezeichnet, ist so aktuell wie eh und je. Das bewies die Aufführung am Freitagabend in der Aula des Schulzentrums mit Schauspieler Helmut Zierl in der Titelrolle.

Zur Handlung: Willy Loman (Helmut Zierl) arbeitet sein Leben lang als reisender Handlungsvertreter, in jungen Jahren einigermaßen erfolgreich, jetzt aber nahezu ausgemustert und erschöpft. Er, der immer und überall – vor allen Dingen auch innerhalb seiner Familie – klar gestellt hatte, dass nur der etwas wert ist, der auch über entsprechende Einkünfte und Vermögen verfügt, ist finanziell am Ende.

Flucht in eine Traumwelt

Und auch gesellschaftlich spielt er irgendwie überhaupt keine Rolle. Damit kann er sich aber nicht abfinden und so flüchtet er in eine Traumwelt, in der er sich und seine Söhne in den Positionen sieht, die er sich vorstellt. Traum und Realität vermischen sich immer mehr, Willy kann sie kaum noch voneinander unterscheiden, lebt übergangslos mal in der realen, mal in der fiktiven Welt und er entfernt sich vom realen Leben immer weiter.

Linda (Patricia Schäfer), seine ihm bedingungslos ergebene Ehefrau mit ihrem ständigen Bemühen um eine heile Welt trägt auch nicht dazu bei, Willy aus der Krise zu helfen. Zahllose Selbstmordversuche des Ehemannes verschweigt sie, eher noch scheucht sie die beiden Söhne Happy (Jean Paul Beck) und Biff (Julian Härtner) aus dem Haus bevor sie zulassen würde, den Vater zu hinterfragen.

Dramatische Zuspitzung

Die Handlung spitzt sich dramatisch zu. Als Willy auf dem absoluten persönlichen Tiefpunkt angelangt ist, geht er den vermeintlich einzigen Ausweg, er nimmt sich das Leben. Aber an Stelle der von ihm vorausgesagten riesigen Trauergemeinde stehen lediglich seine Familie und der immer zu ihm gestandene Nachbar Charley (Martin Molitor) am Grab; sie spiegeln die Trostlosigkeit des gesamten Lebens von Willy Loman wider.

Sämtliche Schauspieler waren mit ihren Rollen eins und boten eine überzeugende, mitreißende Leistung. Die Zuschauer honorierten dies mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus.

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