Frantz Wittkamp in der Burg Vischering
Ein Poet – mal nachdenklich, mal mit verschmitzten Tönen

Lüdinghausen -

Das Interesse war von Anfang an groß, deshalb präsentierten die „Freunde der Kleinkunst“ an diesem Wochenende gleich zwei Lesungen mit dem Lüdinghauser Autor, Dichter und Künstler Frantz Wittkamp. Bereits am Freitag begeisterte Wittkamp das Publikum in der Burg Vischering und auch am Samstag fanden sich zahlreiche Zuhörer im Veranstaltungsraum ein. „Wir sind froh, dass wir Frantz Wittkamp für unseren Jahresabschluss gewinnen konnten. Das ist für uns quasi ein Heimspiel“, freute sich Markus Kleymann vom Kulturamt des Kreises Coesfeld, der zudem bei den Kleinkunstfreunden aktiv ist.

Sonntag, 09.12.2018, 14:14 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 13:18 Uhr
An gleich zwei Abenden zog Frantz Wittkamp das Publikum in der Burg Vischering in seinen Bann. Foto: Arno Wolf Fischer

Das Programm hatte der Dichter eigens für diesen Anlass zusammengestellt. „Wenn man das Gedicht eigentlich aus einem anderen Zusammenhang kennt, dann muss man eine neue Beziehung dazu entwickeln“, beschrieb Wittkamp seinen Schaffensprozess. Zahlreiche Gedichte nahmen Bezug auf die aktuellen Festtage, doch Wittkamp deckte mit seinem gekonnten Vortragsstil von der Liebe bis zum Tod verschiedenste Beobachtungen aus dem Leben ab. Mit Hilfe kurzer Texte leitete er die Gedichte ein. „Das öffnet das Herz für das nächste Gedicht“, erklärte der Dichter.

Überraschende und clevere Wendungen sorgten immer wieder für Erheiterung. So gebe es etwa eine gefährliche Schlange, die der Boa Constrictor Konkurrenz machen kann. Erkennen könne man sie an ihrer schwarz-gelben Färbung. Es handelt sich um die „Boa Russia“. Würmer im Obst hätten vor allem eines im Sinn: den Vegetariern das Leben schwer zu machen. Neben Gedichten und Texten wie diesen sowie schwarzem Humor, der zu lautem Lachen führte, präsentierte Wittkamp auch besinnliche und nachdenkliche Werke. Oft bediente sich der Dichter dabei persönlicher Anekdoten oder Leserzuschriften, die – ob wahr oder nicht – einen Rahmen für das nächste Gedicht schufen.

„Ich glaube man könnte ihm jedes Thema nennen und er kann daraus sofort ein Gedicht machen“, spekulierte ein Besucher in der Pause, nachdem Wittkamp zuvor bereits ein Gedicht auf Basis einer Einkaufsliste vorgetragen hatte. „Es ist eine schöne Atmosphäre. Der Raum ist groß, aber es ist doch sehr intim“, resümierte Frantz Wittkamp über den Veranstaltungsort.

Vom „Club der toten Dichter“ habe er sich übrigens bisher ganz bewusst ferngehalten, erklärte der Poet verschmitzt. Dass er das auch in Zukunft tun sollte, machte das Publikum mit anhaltendem Applaus deutlich. Und so mancher Zuhörer ging am Ende mit einem Autogramm oder einem „Wittkamp“ in Buchform nach Hause.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6245321?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Baskets-Kapitän Jan König im Interview: „Wir tun alles, damit es so weitergeht“
Kapitän, Anführer und Leistungsträger: Jan König ist ein Garant für den Erfolg der Baskets, die im Playoff-Viertelfinale mit dem FC Bayern II auf einen „coolen Gegner“ treffen.
Nachrichten-Ticker