Christengemeinde baut Kirche um
Teile von St. Ludger bleiben

Lüdinghausen -

In der ehemaligen Ludgerkirche haben seit Anfang des Jahres die Handwerker das Sagen. Die freie Christengemeinde „Gottes Wort“, die das Gebäude gekauft hat, baut es größtenteils in Eigenleistung zum neuen Gemeindezentrum um. Im Inneren hat sich bereits viel verändert – ein paar Elemente erinnern jedoch an St. Ludger.

Freitag, 15.03.2019, 10:00 Uhr
Völlig neuer Anblick: Im hinteren Teil, wo früher das Taufbecken von St. Ludger stand, sind dank einer Holzrahmenkonstruktion zwei zusätzliche Geschosse entstanden. Foto: Anne Eckrodt

Die ehemalige Ludgerkirche wandelt ihr Gesicht – vor allem im Inneren. Anfang des Jahres hat die freie Christengemeinde „Gottes Wort“ begonnen, das Gebäude zu ihrem neuen Gemeindezen­trum umzubauen. Im hinteren Bereich, dort, wo sich früher das Taufbecken befand, steht bereits eine massive Holzkonstruktion, die neben dem Erdgeschoss Platz für eine erste und zweite Etage schafft. Noch geht es nur per Leiter in die beiden oberen Stockwerke. „In drei Wochen wollen wir die Treppe einbauen“, berichtete Andrej Stukert bei einem Ortstermin am Donnerstag. Er leitet als Pastor die Lüdinghauser Gemeinde.

Durch die Aufstockung entstehen neben Toiletten, einer Küche und Mutter-Kind-Räumen im Erdgeschoss in den beiden oberen Etagen Gruppen- und Technikräume. Auch neben dem früheren Altarraum wurde eine Zwischenwand eingezogen, hinter der nun Platz für technisches Equipment und ähnliches geschaffen wird. Durch eine Zwischendecke ist darüber ein weiterer Veranstaltungsraum entstanden.

Andrej (l.) und Ivan Stukert

Andrej (l.) und Ivan Stukert Foto: Anne Eckrodt

Beim Einsetzen der sperrigen und schweren Holzrahmen hatte die Gemeinde Unterstützung durch die Firma Formica. Das Waltroper Unternehmen gehört zum Dachverein der Christengemeinde „Gottes Wort“ und bietet unter anderem Beschäftigungsmaßnahmen für Suchtpatienten an. „Die weiteren Arbeiten erledigen wir nun in Eigenregie. Nicht nur unsere Gemeindemitglieder sind hier ehrenamtlich im Einsatz, wir bekommen auch Unterstützung aus anderen Gemeinden“, erzählte Andrej Stukert. Sein Bruder Ivan Stukert , ebenfalls Pastor und Vorsitzender des Dachvereins der Christengemeinde „Gottes Wort“, ergänzte: „Nur dank dieses Engagements lässt sich der Umbau stemmen.“ Dafür sind insgesamt 200 000 bis 250 000 Euro veranschlagt. „Wir sind da auch weiter auf Spenden angewiesen“, betonte Ivan Stukert. Er ist froh, dass die Gemeinde so viele Handwerker in ihren Reihen hat. „Ich glaube, dass alle, die sich beim Umbau einbringen, das neue Gemeindezentrum später ganz anders wertschätzen. Das ist gut für die Gemeinschaft“, sieht Ivan Stukert noch einen weiteren positiven Aspekt des ehrenamtlichen Engagements.

Vor allem samstags herrscht reger Betrieb. „Dann sind hier 15 bis 20 Leute im Einsatz“, so Andrej Stukert. Ehe es ins Wochenende geht, wird aufgeräumt, geputzt und die Baustelle abgesichert. „Schließlich feiern wir hier auch während der Bauphase sonntags unsere Gottesdienste“, erläuterte der Pastor der Lüdinghauser Gemeinde.

Uns ist es wichtig, das zu erhalten und weiter sichtbar zu machen.

Ivan Stukert

Im Spätsommer dieses Jahres soll der Umbau weitgehend abgeschlossen sein – inklusive der Außenanlagen. Apropos: Die Holzkonstruktion für einen Wintergarten an der Rückseite der früheren Ludgerkirche steht bereits.

Die Stationen des Kreuzwegs von St. Ludger bleiben weiterhin sichtbar.

Die Stationen des Kreuzwegs von St. Ludger bleiben weiterhin sichtbar. Foto: Anne Eckrodt

Wenn alles fertig ist, will die Christengemeinde „Gottes Wort“, die als evangelisch-pfingstliche Freikirche Teil der weltweiten Pfingstbewegung ist, ihr neues Gemeindezentrum auch der Öffentlichkeit vorstellen. Wer das Gotteshaus noch von früher kennt, wird dann einige vertraute Elemente entdecken, zum Beispiel die Kreuzwegstationen. „Dafür lassen wir Aussparungen in den Wandelementen. Und dort, wo früher Kerzenleuchter zwischen den einzelnen Stationen waren, werden wir Wandleuchten anbringen“, machte Ivan Stukert deutlich. „Uns ist es wichtig, das zu erhalten und weiter sichtbar zu machen.“

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